Möllere.
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drei letzten in Versen geschrieben. Molieres Einfluß und Gel-tung erweisen sich auch darin nachhaltig, daß den Theaterdich-tern die unbestrittene Freiheit blieb, sich für eine oder die andreForm zu entscheiden.
Längere Jahre hindurch ein Lebensgenosse Tusresnys warder Lustspieldichter, der unter allen Nachfolgern Molieres diehöchste Geltung erlangte und behauptete, JeanFrancoisRegnard, einer der wenigen Schriftsteller, die ihre litte-rarische Laufbahn erst im reifern Lebensalter beginnen. AlsSprößling einer sehr wohlhabenden Familie 1656 zu Parisgeboren, verbrachte er eine stürmische und abwechselungsreicheJugend auf Reisen im Ausland und erwarb auf denselbenmannigfache, zum Teil zweideutige Lebenserfahrungen. Er gerietaus einer Fahrt von Italien nach Marseille, wie ehedem Cer-vantes, in die Hände algierifcher Korsaren, ward als Sklavenach Konstantinopel verkauft, erlangte gegen eine Loskaufsummeseine Freiheit, setzte aber seine Reisen fort und lernte auf den-selben fast alle Länder Europas bis hinauf nach Schwedenkennen. Heimgekehrt, ließ sich Regnard häuslich nieder, lebteteils in Paris, teils auf einem Landgut bei Dourdan (im heu-tigen Departement Seine-et-Oise) und trat gegen sein vierzig-stes Lebensjahr mit einem Roman auf Grundlage seiner eignen,höchst abenteuerlichen Erlebnisse, „Der Provencale" und miteinigen dramatischen Versuchen als Schriftsteller auf. Er schriebfünfundzwanzig Lustspiele, welche ihm zum Teil große Theater-erfolge und zum Teil Niederlagen brachten (das Lustspiel „DerZerstreute", welches späterhin mit allgemeiner Zustimmung deneigentlich klassischen Stücken Regnards hinzugerechnet ward, sielbei der ersten Aufführung vollständig durch), ihm aber im ganzeneinen hervorragenden Platz unter den Schriftstellern vom Endedes 17. Jahrhunderts gaben. Regnard starb aus seinem Gut am5. September 1769. Seine „Werke"' .(„Wuvrss äs N. L.";erster Druck, Paris 1731; neueste Ausgabe von Fournier, ebendas.1874) wurden erst nach seinem Tod gesammelt, fanden von daan aber immer stärkere Verbreitung, da sich einige der bestenLustspiele das ganze 18. Jahrhundert hindurch aus der franzö-
' Eine deutsche Übertragung „Des Herrn Regnard sämtliche theatra-lische Werke" (Berlin 1757) enthält nur zehn, aber alle hervorragendenLustspiele.
Ziern, Geschichte der neuern Litteratur. IV.
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