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Vierter Band
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Huiidertundvkrtes Kapitel-

fischen Bühne- erhielten und Voltaire zu dem geflügelten WortAnlaß gaben: „wer sich an Regnard nicht zu erfreuen vermag,der ist Moliere nicht wert". Die Hauptvorzüge der bessernStücke Regnards bestehen in der scharfen, stellenweise allzu-scharfen Charakteristik, die auf treuer Beobachtung gewisser, meistbedenklicher Seiten des Lebens beruht, und in der außerordent-lichen Leichtigkeit und Gewandtheit des Dialogs, die überallverrät, wie lange und wie gut der Autor gesprochen und geplau-dert, ehe er geschrieben hat. Unter diesen Lustspielen steht inerster Reihe „Der Spieler" („Us sousm-"), in welchem sicherlebte Momente finden, dann folgen „Die unvermuteteWiederkunft" (,Ps retour imxrävu"), „Der Zerstreute"(„1,8 äistrait"), „Die Menechmen" („Uos UäueebuE"), „DerUniversalerbe" („l,s lo^to-iro uwvsrssl"), „Liebesthvr-heiten" („Uss Miss ainourouses") und die wieder nach MolieresMuster gegen die Kritik des Universalerben gerichtete Sitten-komödie „Die Kritik des Universalerben" („Ua oiitiguoäu tögktarro"). In allen Stücken Regnards verrät sich dieSchule des großen Lustspielmeisters, nur die satirisch-moralischenTendenzen desselben teilte der unbekümmert heiter und stellenweisfrivole Regnard nicht; daß man gewisse häßliche Szenen des „Uni-versalerben" anstößig fand, war ihm schlechthin unbegreiflich.

Ein gemeinsam arbeitendes Dichterpaar, David Au gustiuBruchs (1640 zu Aix in der Provence als Protestant geboren,Konvertit und Geistlicher einer neuen Kirche, den 25. November1723 zu Paris gestorben) und Jean Palaprat (1650 zuToulouse geboren, Rechtsgelehrter), erneuerte zusammen diealtfranzösische Farce von „Advokat Patclin" und schrieben eineReihe eigner Lustspiele, von denen „Der Stumme" („l,o must),„Der Thor bleibt Thor" („Us sot tousour» svl"), vor alleinaber „Der Brummbär" („Uo Zroinlsur", 1691) rasch ein großesPublikum gewannen und zahlreiche Aufführungen erlebten. DieWerke beider Dichter wurden bald getrennt, bald vereinigtherausgegeben, an den gemeinsamen Arbeiten scheint Brueysden Löwen- und Palaprat nur einen bescheidenen Allteil gehabtzu haben.

Die französische Theatergcschichte verzeichnet natürlich nochzahlreiche Namen und Titel, welche dafür sprechen, in wie weitemUmfang und wie nachhaltig die Anregungen Molieres-wirktenund wie stark das Talent gerade für die komische Lebensanf-