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HundcrlundftinfteS Kapitel.
geboren und als Generaleinnehmer und Mitglied der Akademie1723 zu Paris gestorben, erwarb in den achtziger Jahren desJahrhunderts durch dte Tragödien: „Zaide", „Kleopatra",„Telephontes" und „Ajax" vorübergehende Geltung, seineKomposition und seine Weise der Charakteristik schlössen sich engan Racine an; da er aber der eigentlichen, von innen heraustreibenden schöpferischen Kraft entbehrte, so blieb es bei äußer-lichen Ähnlichkeiten.
Höher stand jedenfalls Jean Gilb ert C ampistron. Erstammte aus einer angesehenen Familie zu Toulouse, wo er 1656geboren wurde, kam in früher Jugend nach Paris, durch Em-pfehlungen an Racine begünstigt. Von diesem wurde er dem Herzogvon Vendömc vorgestellt, der sich zuerst seiner poetischen Talentefür die Herstellung einer großen Festoper bediente, ihn dann zuseinem Sekretär machte und ihm schließlich die einträglicheStellung eines Generalsekretärs der Galerien verschaffte. Alssolcher starb Campistron am 11. Mai 1723 zu Paris. Seinenersten Theatererfolg errang er mit der Tragödie „Virginia"(1684), welcherdieTrauerspiele: „And ro nie us"(„^.ockcoiuquo",
1685), „Alcibiade s"(1 685), „Phocio n"(1686), „Hadriau"(„LM-isn", 1688), „Tiridates" (1691), „Aetius" (1693)folgten, von denen einige große Bewunderung erregten und jahr-zehntelang gespielt wurden. Schüler Racines, vermochte Campi-stron seinem Meister Wohl ungefähr in Entwerfung eines verstän-digen Plans, einer guten und klaren Führung der Handlung nach-zukommen, ihn aber weder in bezug auf die Vertiefung der Cha-raktere noch auf den Schwung und die gewinnende Schönheit derSprache auch nur annähernd zu erreichen. Seine gesammelten„W e rk e"(„(l2avrss"; erster Druck, Paris1715; „Wuvrss eboisio»"von Anger, ebendas. 1810) erwiesen den Abstand, der zwischendem Vorbild und der Nachahmung hier wie überall bleibt.
Den ersten Rang unter den Tragikern, die man als„Schule Racines" zusammenfaßt, verdient Antoiue de laFosse, geboren 1653 zu Paris. Er empfing eine gute Erziehungund trat unter günstigen Bedingungen in dte Welt, war zuerstSekretär bei der französischen Gesandtschaft in Florenz, zeichnetesich an der Seite des Marquis von Crequh in der Schlachtvon Luzzara aus, lebte dann als Sekretär des Herzogs vonAumont in Paris, wo er in den Kreisen der vornehmen Gesell-schaft wie der Litteratur große Geltung erlangte und am