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H undertimdachteS Kapitel.
hitzung im ,G il Blas° — dies ist das Zeichen der Zeit, in welcherer geschrieben ward. Lesage gehört zn jener Schule von freidenkenden Autoren, welche in ihrer etwas bürgerlichen Kühn-heit offen über die Laster des Jahrhunderts lachten, aber dieWelt ruhig nahmen, wie sie ist, und nicht eben hofften, sie zu re-formieren." (Villemain, „6ours äs la littsraturs Iranx-äss",Paris 1864, Bd. 3, S. 250.) Trotz dieser Resignation schloßdie Charakteristik der öffentlichen Zustände Spaniens, welcheLesage im „Gil Blas" gab, eine scharfe Kritik der französischenZustände, wie die Zeitgenossen sie sahen, in sich ein. Die Fran-zosen erblickten in dieser verrotteten Wirtschaft von eigensüchti-gen, rivalisierenden Ministern, den Staat ausbeutenden vorneh-men Herren, von servilen, käuflichen und plündernden Unter-beamten, in dem Treiben der Stadtgecken, Schauspieler undSchauspielerinnen, der Autoren und Glücksjäger ein Spiegel-bild der allgemeinen und der besondern Pariser Verhältnisseund ließen sich durch das treffliche spanische Lokalkolorit des„Gil Blas" darin nicht beirren. Um so wunderlicher wirkte es,daß fünfzig Jahre nach dem Erscheinen des Romans von Jslade Leon der „Gil Blas" ins Spanische übersetzt und als einPlagiat aus einem ungedruckten spanischen Manuskript bezeich-net ward, ohne daß sich dies Manuskript oder ein genügenderBeweis für die Existenz desselben beibringen ließ. Auch in bezugauf diesen Punkt wird man Villemain beistimmen müssen, derzugesteht: „Unser ,GilBlas< ist nicht gestohlen, was auch der ehr-würdige Jsla und neuerlich der gelehrte Llorente darüber be-haupten; aber es unterliegt keinem Zweifel, daß Lesage jeneheitere Laune voll Mutterwitz, jene Philosophie voll mildenErnstes und lustiger Bosheit, durch Welche Cervantes und Que-vedo glänzen und mehr oder weniger alle spanischen Moralistenund Erzähler sich auszeichnen, sich geschickt aus ihnen anzueignengewußt habe." (Villemain, „Lours äs la littäraturs tranx-äss",Bd. 3, S. 247.)
Unter den spätern Romanen des Lesage sind die beiden schongenannten: „Der Bakkalaureus von Salamanca" („Usbasbslisr äs LsäLiriaugeiv", Paris 1736) und „Die Abenteuerdes Flibustierkapitäns Robert Chevalier, genanntBeauchesne" („Ues ÄVSuturos äs Uobert Obsvalisi äit äsöeauvüssiio, oapitaws äss üibastisrs", ebendas. 1734) die gehalt-vollsten; allein sie entbehren jener Grundelemente allgemein