Band 
Vierter Band
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Die Ansänge der frnnMschen Oppoflüonslitteratur.

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menschlicher Leidenschaften, für alle Zeiten zutreffender Cha-rakteristik, durch welche sich Werke der Phantasie auch verän-derten Geschmacksrichtungen und Zeitstimmungen gegenüberbehaupten können.

Eine der Weise Lesages verwandte Art der litterarischenOpposition repräsentierte auch der Lustspieldichter Marc An-toine Legrand. Geboren zu Paris am 17. Februar 1678,widmete er sich frühzeitig dem Theater, hatte als Schauspielertrotz der Kleinheit seiner Figur gute Erfolge und begann seit1707 als Lustspieldichter für die kleinern Theater und selbstfür die „Italiener" aufzutreten. Bis an sein Lebensende Pro-duktiv, starb der Dichter am 7. Januar 1728. Auch er wardvon dem Zug ergriffen, der sich in Lesages dramatischen underzählenden Dichtungen geltend gemacht hatte. Den Regelnder „Räson" und des litterarischen Anstands, des konventionellWürdevollen wurde offen getrotzt; um liebenswürdig, lebendig,wirksam und packend zu sein, wagte man, das Phantastische,Ungewöhnliche, den kecken Einfall und die übermütige Laune,die mit und zum Teil schon in Moliere verschwunden waren,dem Publikum wieder anzusinnen. Und je unbeugsamer undstarrer der alternde Monarch und sein mit ihm alternder Hofan den Geschmacksrichtungen und den Formen des letzten Drit-tels des 17. Jahrhunderts festhielten, um so kecker, unbeküm-merter und herausfordernder wendeten sich jüngere litterarischeTalente den gegensätzlichen, verpönten oder verachteten Rich-tungen und Formen zu. Die gereizte und oppositionelle Stim-mung, welche auf allen andern Gebieten in Schranken gehaltenwar, zeigte sich offenkundig in dem wachsenden Beifall, mit demkomische Romane, phantastische Lustspiele und Possen, Darstel-lungen aus dem Tagesleben und die Späße der Vaudevillesbegrüßt wurden. Auch die Erfolge Legrands gingen aus derherrschenden Stimmung hervor. Schon die kleinen Stücke: „DerLiebesteufel" („lVLwour älabls", Paris 1708), „Die Lo-renzmesse" („I^a loirs 8s,1iN-I-s,ursiN", ebendas. 1709) u. a.riefen doch ein Aufsehen hervor, welches weit über ihr Verdiensthinausging. Indes erhob sich Legrand von den kleinern zugrößern Leistungen in „Plutus" (Paris 1720) und vor allemin der genial-lebendigen, phantasievolleu Komödie „Der Königvon Schlaraffenlaud" („iOs roi äs OosaAiis", ebenda)'. 1719),welche unter allen Werken dieser Übergangszeit neben Lesages