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Vierter Band
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HimdertundachteS Kapitel.

arbeiten gehören fast alle dem letzten Vierteljahrhundert seinesLebens an. Abgesehen von einigen Abhandlungen, der schneiden-den „Kritik der Geschichte des Calvinismus von P. Maimburg",dem „llsoueil äs gissss ourisasss sonssrnant Is. püilosapllis äs öl.vssaurtss" (Rotterdam 1684), bleibt Bayles Name an seine bei-den Hauptleistungen geknüpft, an die kritischeZeitschrift „Neuig-keiten aus dem Gebiet der Litteratur" („Hoavslles äs iarspubllaus äss Isttrs8", 1684—87) und an das große „Histo-rische und kritische Wo rterbuch"'(„viotlomiLirs VistoriPisst erltlgas"; erster Druck, Rotterdam 1697; zahlreiche spätereAusgaben, neueste Ausgabe von Beuchot, Paris 1820—24), einResultat erstaunlichen Fleißes, großer Belesenheit, außerordent-licher kritischer Begabung und seltener Sprachbeherrschung. Diesämtlichen Bayles Feder entstammenden Artikel waren von demgleichen Geist einer sich regenden Skepsis erfüllt, welche dieWidersprüche zwischen Wissen und Glauben, Überlieferung undForschung dem Leser der einzelnen Artikel des Buches unablässigvor Augen rückt. Alle gleich ernsthaft gehalten, rufen doch diegrößern und kleinern Artikel des Wörterbuchs ihrer Form nacheinen verschiedenartigen Eindruck hervor. Viele darunter sindkleine Meisterstücke, ein höchst energischer, gedrungener, ein-dringlicher Stil, eine kraftvolle, konzentrierte Behandlung desStoffs, eine seltene geistige Belebung auch der Nebendinge undAnmerkungen machten die einzelnen Artikel des Wörterbuchszu einer angenehmen Lektüre; Voltaire rühmte eine Generationspäter, Bayle sei der einzige Kompilator, der Geschmack habe. —Die Anschauungen Bayles verraten überall den EinflußMontaignes und der Philosophie des Cartesius, mit Montaignezweifelt Bayle an allem, mit Descartes aber nimmt der Ver-fasser des „Historischen Wörterbuchs" die Idee Gottes als desvollkommensten Wesens, des unbeschränkten Seins von vorn-herein als gegeben an und ordnet schließlich sein Denken derKirche unter, so daß er seine protestantische Rechtgläubigkeitmindestens nach seiner eignen Auffassung unangefochten durchalle Führlichkeiten der Kritik und des Zweifels hindurchrettet.Gleichwohl war es nicht diese Rechtgläubigkeit, welche aus

* „Bayles Wörterbuch. Unter Mitwirkung von El. Schlegel,Schwabe, C. Chr. Gärtner, Geliert u. a. ins Deutsche übertrage» vonGottsched" (Leipzig 1741 — 44); spätere Übertragung von Schneider(Leipzig 1801—1804).