Band 
Vierter Band
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Hundertundmuntes Kapitel.

busbaaä"), suchte Cibber, wenn auch keineswegs einer tiefernSittlichkeit, so doch einem größern Anstand, einer feinern Cha-rakteristik, namentlich der Frauen, auf der Bühne Raum zu schaf-fen, auch die Sprache zu veredeln. Es waren freilich vorzugs-weise die ergötzlichen Gestalten des Lord Foppington mit seinemvornehmen Rotwelsch und der Lady Betth Modish, welche denbeispiellosen Erfolg des Lustspiels herbeiführten; auch fehlte dem-selben das gewohnte Gewürz der Schlüpfrigkeit und des fröh-lichen Leichtsinns keineswegs; aber in der That bezeichnete dasStück den Übergang zu den spätern moralisierenden, die bürger-liche Welt vorzugsweise befriedigenden Lustspielen, welche nebenden Komödien des alten frivolen Stils aufkamen, indes noch langenicht alleinherrschend wurden.

Zeitgenossen und Rivalen Cibbers waren neben vielen andern,längst vergessenen Bühnenlieferanten Banbrugh und Farquhar.Sir John Vanbrugh, aus einereingewanderten holländischenFamilie stammend, war 1666 zu London geboren, widmete sichder Architektur, in der er es zu vortrefflichen Leistungen brachte,und betrieb die Bühnendichtung wie eine Art Sport. Er starbin hoher Stellung als Intendant der königlichen Gärten undWasserkünste und Generalausseher des Loarä »ü eontrot zu Lon-don am 26. März 1726. Eine Gesamtausgabe seiner „Werke"(„IVoi-üs oi Vaabragü bx I,siZIi Luvt", London 1840) ward beiseinem Leben nicht veranstaltet, doch erfreuten sich dieselben in dereignen Zeit des Autors großer Bühnenerfolge. Sein Erstlings-werk: „Die Tugend in Gefahr" („Hetapss or virtns Wgsr"), welches 1697 zur Aufführung gelangte, unterschied sichin einem gewissen cynischen Behagen am Zweideutigen sehr wenigvon Wicherleys und Congreves Dramen, besaß aber, wie diese,natürliche Situationskomik und kecken Witz. Auch die folgendenKomödien: „Das erzürnte Weib" (,/lüs xrovoüsä viw"),„Der falsche Freund" („lüs Lisa L-tsnä"), „Squire Tre-lobh", „Das Landhaus" (,/1üe e<mntr^-t>ouss"), und diebei seinem Tod unvollendete: „EineReise nach London"ot üionäoli"), welche Cibber vollends ausführte,zeigen beinahe gleiche Vorzüge und Mängel. Die Handlung istlebendig, die Charakteristik zutreffend und zum Teil fein, abermeist auf unerfreuliche Erscheinungen verwandt. Bei Banbrughwie bei den andern macht sich der Einfluß der französischen klas-sischen Komödie in dem Streben nach Regelmäßigkeit geltend,