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Hundertundzchnles Kapitel.
sizismus zustrebenden Stils wesentlich beigetragen habe. SeineTragödien': „Sophonisbe", „Agamemnon", „Eduardund Eleonore", „Tankred und Sigismunda" und„Coriolanus" nehmen unter den korrekten und französierendenDramen der englischen Litteratur keinen unbedeutenden Rangein. Zwar ging sicher Lessing, der in seinen Anfängen doch nochvielfach unter dem Bann der ästhetischen Anschauungen derjüngsten Vergangenheit stand, viel zu weit, wenn er fand, daßThomson nicht sowohl im französischen als im ursprünglichengriechischen Sinn regelmäßig sei; aber eine gewisse Verwandt-schaft mit Racine, „Kenntnis des menschlichen Herzens, die magi-sche Kunst, jede Leidenschaft vor unsern Augen entstehen, wachsenund ausbrechen zu lassen" (Lessing), ist nicht zu leugnen, und na-mentlich „Tankred und Sigismunda", dessen Stoff dem französi-schen Roman „GilBlas" entlehnt war, enthält einigerührende undergreifende Szenen. Das kleine, mit Maltet gemeinsam geschrie-bene Stück Thomsons: „Alfred" enthält sein zum britischenVolkslied gewordenes „Rnle Britannia". Lebenskräftiger alsThomsons dramatische Arbeiten erwies sich jedenfalls seine Dich-tung „Die Jahreszeiten"^,,!'^ ssnsons"; ersterGesamtdrucksnach vorangegangener Veröffentlichung der Einzelgesänges, Lon-don 1730; neueste Ausgabe in den „IVorKs", Edinburg 1874),eins jener Werke, deren Erfolg am besten charakterisiert, wie sehrder Geschmack von den Hauptaufgaben der Dichtung abgelenktwar. Das deskriptiveVerdienst desDichters ist ein nicht geringes,er versucht nicht ohne Erfolg, sich an die Stelle des Landschafts-malers zu setzen, und hat jene Feierlichkeit des Grundtons undjene Treue der Beobachtung, welche der bloßen Naturbeschrei-bung den Schein poetischer Belebung geben. Das Ganze ist eineverständig angeordnete Lehrdichtung, in der die Bilder, welcheEmpfindungen oder Stimmungen der Menschenseele wider-spiegeln sollen, breit in den Vordergrund treten und, nach Les-
' Deutsche Übertragung: „Jakob Thomsons sämtliche Trauerspiele,mit einer Vorrede von G. E. Lessing" (Leipzig 17b6).
^ Deutsche Übertragungen von C. H. Brokes: „Thomsons Jahreszei-ten vom Anfang des irdischen Vergnügens in Gott" (Hamburg 1716);von W. Neuendorfs (Berlin 1816), von D. W. Soltau (Braunschweig1823), von F. W. Bruckbräu (München 1736). Der Text zu HaydusOratorium „Die Jahreszeiten" ist nur ein von van Swieten bearbeiteterkurzer Auszug des Thomsonschen Gedichts.