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Vierter Band
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Die französische Schule in der deutschen Dichtung.

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aus Weises Nachlaß hervortretende „Theatralische Sitten-lehre" (Zittau 1719) auch über Zittau hinaus bekannt undverbreitet. Die theatralischen Werke Weises sind zum größernTeil rhetorisch und zwar in ihrer Rhetorik nüchtern, seicht undgelegentlich Platt. Indessen ist ein gewisses Geschick in der An-ordnung und Führung der Handlung, eine Art Deutlichkeit undSicherheit in der freilich gröblich äußerlichen Charakteristik nichtzu leugnen. Die Trivialität der Weltanschauung und der Sprachesteht unvermittelt neben einzelnen großen Gesinnungen underhabenen Sentenzen, die Mischung rhetorisch moralisierenderund realistischer Elemente in den Dramen des Zittauer Schul-rektors ist für die Stillosigkeit der deutschen Poesie in diesemZeitraum unendlich bezeichnend. Seine Vorbilder fand Weisenoch nicht ausschließlich in der französischen Litteratur, aber einstarker Einfluß der emporblühenden französischen Dichtung istunverkennbar. — Eine Weise verwandte, nur kleinlichere undnoch stärker zur nüchternen Trivialität neigende Natur war derKonrektor von Hirschberg, Daniel Stoppe, am 17. Novem-ber 1697 zu Hirschberg geboren, noch vor Gottscheds AnkunftStudent in Leipzig (1717—19) und darum nicht unmittelbarerSchüler desselben, jedenfalls aber eine jener Naturen, welchedie volle Empfänglichkeit für Gottscheds Reform der Litteraturmit sich brachten und bethätigten. Seine „Teutschen Ge-dichte" (Frankfurt und Leipzig 1728 und 1729) und seine„Neuen Fabeln oder moralische Gedichte" („der deut-schen Jugend zu einem erbaulichen Zeitvertreib ausgesetzt",Breslau 1738) sind Proben der tiefen Ernüchterung, welche imBegriff war, die künstliche Überhitzung und den falschen Prunkder schlesischen Schulen abzulösen.

Gleichwohl wurde die Nachwirkung der Schlesier keineswegsmit einemmal beseitigt, ja sie machte sich bei einigen wahr-haften Begabungen stärker und anhaltender geltend als bei denunselbständigen Nachahmern, welche jetzt ebenso bereitwillig demMahnruf, klar und korrekt zu werden, Folge leisteten wie ehe-dem der Losung zur Lieblichkeit und zum poetischen Reichtumim Sinn Lohensleins. Phantasievollere Naturen mußten dervon Sachsen ausgehenden Platt verständlichen Poesie bewußtund unbewußt Widerstand leisten. Dabei konnten sie sich im-merhin von dem Lohensteinianismus loswinden und versuchen,auf eignen Füßen zu stehen. Unter den hierher gehörigen Dich-