Die französische Schülerin der deutschen Dichtung.
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maßlicher Sicherheit, die der Schule Gottscheds Ehre machte,verfocht Triller seine Litteratur-auffassung, verstieg sich zu Hel-dengedichten, wie „Der sächsische Prinzeuranb" (Frankfurt 1743),und einem Lehrgedicht („physikalisch moralisches Gedicht", wieer es nannte), welches unter dem Titel: „Geprüfte Pocken-Jnokulation" (ebendas. 1766) im Todesjahr Gottschedshervortrat. Die meistbesprochene Produktion Trillers war dassatirische Heldengedicht „Der Wurms amen" (Hamburg1751), in welchem der verständige Poet den neuen Stil unddie hirnverbrannte überschwenglichkeit der Klopstockschen Schuleglänzend zu parodieren wähnte. — Ein letzter Gottschedianerim engsten Sinn war Christian August Clodius. Erwarb1738 zu Annaberg in Sachsen geboren, studierte zu Leipzig,wo er sich eng an Gottsched anschloß, wurde schon 1759 außer-ordentlicher Professor der Philosophie zu Leipzig, zeichnete sichum die Zeit vor Gottscheds Tode durch die zuversichtliche Rüh-rigkeit aus, mit der er die große nach seiner Meinung ent-standene Lücke in der deutschen Litteratur in Kritik und Poesieauszufüllen trachtete, und starb am 30. November 1784.Seine Gelegenheitsdichtungen waren durchaus rhetorische Exer-zitien ohne einen Hauch poetischer Stimmung, seine Dramen:„Medon, oder die Rache des Weisen" (Leipzig 1768)und „Demopater und Augusta" (ebendas. 1769) konntenkein andres Verdienst in Anspruch nehmen als das der striktenErfüllung aller jener „Regeln", die man sich, zum Teil unter-völligem Mißverständnis der Franzosen, aus der französischenLitteratur mühsam abgezogen hatte. Immerhin wirkte der in-zwischen eingetretene große Umschwung des Geschmacks inso-weit aus dieselben zurück, als Clodius durch den stark betontenEdelsinn und die Tugend seiner dramatischen Gestalten Rührungzu erwecken suchte, ein Bestreben, welches den Gottjchedianeruder ältern Generation völlig fremd gewesen war.