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Vierter Band
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HunvertundelfieZ Kapitel.

Jahrhunderts zusammengetragen und den größten Wortschö-pfern unter denselben aus dunkler Ferne geheiligt von einigendemütigen Verehrern der sehr affischen Dichtkunst", zeigen, daßSchvnaich eine gewisse nüchterne Erkenntnis der falschen Über-schwenglichkeit und der manieristischen Wiederholungen derKlopstockschen Dichtung besaß, eine Erkenntnis freilich, die ihnin feinem Wahn, der Vertreter guter Poesie gegenüber derschlechten und schwülstigen zu sein, nur bestärken konnte.

Einen erquicklichern Eindruck als die Anläufe Schönaichs,zum Höchsten der Poesie zu gelangen, gewähren die poetischenVersuche des Autodidakten Georg Behrmann, eines Ham-burger Kaufmanns, der in den dreißiger und vierziger Jahrendes Jahrhunderts an den Bestrebungen teilnahm, ein deutschesDrama in Anlehnung an die klassischen Lichter der Franzosenzu gewinnen. Sein Trauerspiel „Die Horatier" scheint wenigmehr als eine freie Übertragung der gleichnamigen TragödieCorneilles gewesen zu sein; einen selbständigen Versuch zur Ge-staltung eines frei gewählten Stofss unternahm Behrmann in„Timoleon der Bürgerfreund" (Hamburg 1741), einerTragödie in Alexandrinern, welche nicht besser, aber bis auf dieSprache auch nicht schlechter sich erwies als viele französischeRacine-Nachahmungen zweiten und dritten Ranges.

Die Hauptwirkung Gottscheds fiel noch in die erste Hälftedes 18. Jahrhunderts. Seine Schule erlosch rasch genug, undselbst ehemalige Bewunderer verleugneten ihn. Gleichwohllassen sich gewisse Nachwirkungen Gottscheds über seinen Todnachweisen, und gewisse Gottschedianer ragten mit ihrer plattenVerständigkeit und rhrer Überzeugung, daß die inhaltslose for-melle Korrektheit das höchste Verdienst poetischer Leistungen sei,weit in die Sturm - und Drangperiode der deutschen Litteraturhinüber. Viel genannt unter diesen Jüngern Gottscheds wurdeDaniel Wilhelm Triller, geboren am 10. Februar 1695zu Erfurt, gestorben als königlich polnischer Leibarzt und Pro-fessor der Medizin an der Universität Wittenberg am 22. Mai1782 zu Wittenberg. Seine „Poetischen Betrachtungen"(„Über verschiedene aus der Natur- und Sittenlehre hergenom-mene Materien", Hamburg 1725) und seine „Äsopischen Fa-beln" (Frankfurt 1743) zeichneten sich unter den platten Rei-mereien, welche Weise und Gottsched um die Wette hervorgerufenhatten, durch besondere unerfreuliche Plattheit aus. Mit an-