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HundertunLelsteS Kapitel.
in Aufnahme zn bringen fachte. Bald nach seiner Universitäts-zeit ward Gleim Sekretär des Prinzen Wilhelm von Branden-burg-Schwedt, kurze Zeit auch des Fürsten Leopold von Anhalt,des „alten Desfauers", mit dessen soldatischer Roheit und Straff-heit sich seine milde und läßliche Natur nicht zurecht zu finden ver-mochte. Schon imJahr 1747 erhielt er die Stelle eines Domsekre-tärs zu Halberstadt, welche ein für damalige Begriffe und Gleimspersönliche Bedürfnisse (besonders da er unverheiratet blieb)reiches und glänzendes Einkommen gewährte. Dies Einkommennun verwendete er in dem folgenden Halbjahrhundert zum größ-ten Teil im Interesse der aufstrebenden deutschen Litteratur,knüpfte freundschaftliche Verbindungen nach allen Seiten an,half und unterstützte nach allen Seiten. Jeden Keim des Poeti-schen oder dessen, was er dafür hielt, Pflegte er mit unermüd-lichem Eifer, setzte seinen Ehrgeiz darein, als litterarischer Wer-ber und anspruchsloser Mäcen junge Kräfte für die Dichtkunstzu gewinnen. Sanguinisch, leicht enthusiasmiert, weichherzigund stets zum Besten redend, wollte er nur das Beste, konnteaber seiner ganzen Anlage nach die Entwickelung der deutschenDichtung mit seiner Sympathie nur bis zu jenem Punkt undAugenblick geleiten, wo sie in der That männlich und selbständigward. Von diesem Augenblick an gehörten Gleims Sympathiender Vergangenheit, und er stand trotz aller Verbindungen undalles Briefwechsels einsam in einem ihm fremd gewordenen Ge-schlecht. Sein äußeres Leben verlief seit 1747 ziemlich einfach,er starb in hohem Alter am 18. Februar 1803 zu Halberstadt.Sein poetisches Talent war von Haus aus ein leichtes und äußer-liches. Die eklektische Richtung, welche er demselben gab, derVersuch, es allen nur erdenklichen poetischen Vorbildern gleich-zuthun und sich bald durch unmittelbare Gefühlsansfprache,bald durch ernste Lebhaftigkeit, bald durch Erhabenheit derPhantasie und Empfindung auszuzeichnen, die produktive Flüch-tigkeit, welche selbst gute Einfälle und Stimmungen in einemRinnsal seichter Verse ertränkte, machen der Nachwelt das Ur-teil darüber, was Gleim seiner Zeit galt und thatsächlich war,nicht eben leicht. Im ganzen wirkten bei Gleims Erfolgen die-selben Momente, welche Hagedorn zu einem Lieblingsdichter derdeutsch-bürgerlichen Welt erhoben hatten. Der glückliche Aus-druck, den er einer heitern Geselligkeit und einer fröhlichenLcbensstimmung zu geben wußte, die Leichtigkeit seiner ältern