Band 
Vierter Band
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Hundertu-nddreizehnteS Kapitel.

betten und trotz ihrer Inhaltslosigkeit um der leichten und ge-wandten Form willen großen Beifall errangen. Wichtiger fürseine Zukunft wurden bereits seine Gedichte auf den Frieden vonRyswyk und seine Erstlinge englischer Poesie. Durch sie machteer die förderliche Bekanntschaft des Lustspieldichters Congreveund der whiggistischen Staatsmänner Somers und Karl Mon-tague. Addison neigte sich trotz seines langen Aufenthalts inOxford weit mehr zu den Anschauungen der Whig- als zu denender Torypartei hin. Ein heftiger Jakobitismus zeichnete dieUniversität noch Jahrzehnte nach der Revolution von 1688 aus.Addisons Meinungen aber waren von frühauf solche, die zuLondon bessere Würdigung erfuhren als zu Oxford. Seineneuen Gönner suchten und fanden alsbald Gelegenheit, demjungen Mann Dienste zu erweisen. Man betrachtete allgemeinseine Talente als vielversprechend, und die Notwendigkeit lit-terarischen Beistands hatte sich den Häuptern aller Parteienin jener Zeit so fühlbar gemacht, daß jene mehrerwähntekurze Periode des Glanzes für beinahe alle eintrat, die sichdurch litterarische Leistungen oder Strebungen Anerkennungverschafft hatten. Natürlich geschah dies auf dem damals ein-zigen Weg: durch Anschluß an die aristokratischen Häupter derParteien. Montague und Somers, die selbst erst durch die Re-volution von 1688 in die Aristokratie des Landes eingetretenwaren, bewahrten die Neigung, neben dem Schwärm der jüngernSöhne und Vettern großer Häuser auch talentvolle Plebejerin Amter und Ehren einzuführen. Montague faßte im Ver-trauen auf Addisons Kräfte den Plan einer diplomatischenKarriere für ihn. Die Weltbildung des jungen Poeten, beson-ders in bezug auf die französische Sprache, schien hierzu nichtausreichend; man verschaffte ihm auf der Stelle eine Staats-pension von 300 Pfund jährlich. Durch dieselbe ward er inden Stand gesetzt, einen langem Aufenthalt in Frankreich zunehmen. Er ließ sich einige Monate in Blois nieder, um derfranzösischen Sprache völlig Herr zu werden, und begab sich als-dann nach Paris, wo er im Kreis des englischen Gesandten, desEarls von Manchester, eines Verwandten Montagues, diefreundlichste Aufnahme fand. Er machte die Bekanntschaftfranzösischer Gelehrten und Schriftsteller und ward bei demgreisen Boileau, den letzten Überlebenden aus der GlanzperiodeLudwigs XIV., eingeführt. Addison stand durch seine Studien