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Vierter Band
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Addison und die moralischen Wochenschriften.

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namentlich der mittlern Schichten des englischen Volks ge-wannen, gleichsam verkörpert, und es ist nichts weniger als zu-fällig, daß Addison von der Zeit seines Auftretens an im„Plauderer" und „Zuschauer" einer der gefeiertsten und popu-lärsten Schriftsteller Englands blieb.

Joseph Addison war am 1. Mai 1672 als der Sohneines Geistlichen, Lancelot Addison, welcher als Kaplan derenglischen Besatzung zu Tanger an der marokkanischen Küstefungiert hatte und im Lauf der Zeit Archidiakonus von Salis-bury und Dechant von Lichfield wurde, zu London geboren.Mit 15 Jahren ward der junge Addison als völlig reif zumBesuch der Universität Oxford betrachtet. Im Jahr 1689wurde er Mitglied des Magdalenenkollegiums dieser Hochschule,einer Körperschaft von großem Reichtum, die all ihren Ange-hörigen die Mittel zu einem sorglosen Studium und behag-licher Muße zu gewähren vermochte. Die eigentümliche Ver-fassung der englischen Universitäten, in der sich viel mittelalter-liches Element erhalten hat, und auf denen von einer akade-mischen Freiheit im deutschen Sinn des Worts nicht die Redeist, mag andre Naturen, als die Addisons war, bedrückt haben.Addison fühlte sich unter den Voraussetzungen seiner damaligenExistenz so glücklich, daß sich sein Aufenthalt im Magdalenen-kollegium über ein Jahrzehnt erstreckte. Er zeichnete sich unterallen Studierenden durch eine übergroße Bescheidenheit undZurückhaltung aus, und wie das spätere Porträt des „Ar.SxeotMor", welches die ganze Zeitschrift gleichen Namens ein-leitete, in vielen Zügen dasjenige Addisons ist, so dürfen wirdieSelbstschilderung des Zuschauers: „Ich sprach während einesZeitraums von acht Jahren, außer bei den öffentlichen Exerzitien,kaum hundert Worte und kann mich in der That nicht erinnern,je drei Sätze im Zusammenhang geredet zu haben", nur als einerhetorische Übersteigerung der Wahrheit ansehen.

Während Addison in der ernsten Stille von Oxford seinenStudien oblag, welche fortdauernd hauptsächlich auf die latei-nischen Dichter gerichtet Waren , trat er mit feinen frühstenlitterarischen Versuchen hervor. Übersetzungen des 4. Buches der„Georgiken" Vergils und der „Metarmophosen" Ovids eröffnetenden Reigen. Er veröffentlichte lateinische Gedichte, welche ziem-lich prosaische Gegenstände (den Kugelplatz und das Barometerz. B.) mit genauer Nachahmung antiker Redewendungen behan-