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Vierter Band
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Addison und die moralischen Wochenschriften.

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neuigkeitsschwahend zu Grunde geht, Tom Folio, der Bücher-uud Wissensnarr, Ned Softly, der Schöngeist, der mit süßlichenBerschen ohne Sinn die Welt quält, bilden noch heute ergötz-liche Gestalten, obschon sie, seit sie von Addison zuerst erfundenund dargestellt wurden, in hundertfacher Wiederholung undNachahmung einen großen Teil ihrer frischesten Wirkung ein-gebüßt haben. „Das Thermometer des Eifers", „Der Ehren-gerichtshof", die „Memoiren eines Schillings", „Die gefrornenWorte" sind, wie Macaulay sich ausdrückt, „treffliche Probeneiner sinnreichen und lebensvollen Art der Dichtung". Und siehaben natürlich für uns eine höhere Bedeutung als die eigent-lich moralisierenden Aufsätze. Zwar verstand auch in diesenAddison eine fesselnde Kunst und Feinheit des Vortrags zu ent-wickeln, und es ist oft bewunderungswürdig, wie er den in dieBetrachtungen eingestreuten Unterhaltungsstoff wieder zumZweck seines Grundgedankens zu verwenden weiß. Auch mußzugegeben werden, daß unendlich vieles von den eigentlich„moralischen" Teilen der Wochenschriften, was jetzt einer abge-griffenen Münze gleicht, seiner Zeit scharf und klar geprägt undvon frischestem Glanz war. Höher indes stehen alle jene Teile,in denen besonders Addison der Vorläufer des englischen Sitten-romans, der satirischen Novelle und der Bilder aus dem Lebenist, an denen die englische Litteratur nachmals überreich wurde.Hier verwandelt sich die plaudernde Reflexion in lebendige,unmittelbare Darstellung; eine feine und liebenswürdige Ironie,wie sie in diesem Maß wenige Schriftsteller besessen haben, trittan Stelle der nüchternen Moral, und je neuer und originellerdie Weise dieser Aufsätze war, um so weniger konnte sich Addi-son in ihr durch seine lateinischen und französischen Muster-schriftsteller beengt fühlen.

Vom zweiten und dritten Bande des „latlsr" an beteiligtesich Addison lebhafter. Seine eignen und die allgemeinen Ver-hältnisse hatten sich wesentlich verändert. Zwischen der erstenNummer, vom 12. April 1709, und letzten, vom 2. Januar 1711,war der große Sturz der Whigpartei erfolgt, den schärfere Augenschon seit 1708, seit dem Zerwürfnis der Königin mit der Her-zogin von Martborough, ihrer einst angebeteten Sarah Churchill,vorausgesehen hatten. Das Ministerium ward im September1710 in ungnädigster Weise aus dem Amt entlassen. Hunderteseiner Anhänger und Günstlinge teilten das Schicksal Lord Go-