Jonathan Swift und die englische Satire.
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Schrift über den Barrierevertrag. Er begann die „Geschichtedes Friedens von Utrecht" zu schreiben und leistete mit dieserund andrer Thätigkeit den Tories so große Dienste, daß dieFrage der Belohnung wieder auftauchte. Kleine Belohnungenwies er schroff zurück, und um Beginn des Jahrs 1713 ge-wann es den Anschein, als ob Swift auch für die neuen Freundeumsonst gearbeitet habe. Schließlich gelang es ihren Anstren-gungen, ihm wenigstens die Dekanei von St. Patrick in Dublinzu verschaffen, und er durfte hoffen, daß dies nur der erste Schrittzum Bistum fei — wenn dies Freundesministerium am Ru-der blieb.
Im Sommer 1713 ging er, um von seiner neuen PfründeBesitz zu ergreifen, nach Irland. Er kehrte als ein andrer zurück,als der er gekommen war. In den Briefen an Stella prägt sichdeutlich aus, daß etwas geschehen war, das ihn auch nach dieserSeite hin umgewandelt hatte. Während er im Beginn täglichan Stella schrieb und ihr über so ziemlich jedes Ereignis Rechen-schaft ablegte, wahrend die ersten Briefe innig, warm und mitallen kleinern Neckereien vertraulichen Verkehrs erfüllt waren,trat nach und nach eine auffällige Trockenheit und Schweigsam-keit ein. Zwischen dem 51. und 52. Brief an Stella verstrichbeispielsweise die Zeit von beinahe sechs, zwischen „dem 53. und54. von vier Wochen. Swift schützte Krankheit, Überhäuftseinmit Geschäften vor: der wahre Grund lag in der Leidenschaftfür Esther Vanhomrigh, die ihn damals mitten in allem politi-schen Wirbel ergriffen und erfüllt hatte. Die Mutter der un-glücklichen „Vanessa" (unter welchem Namen Swift sie feierte),Mrs. Vanhomrigh, war Swifts Nachbarin in London; er be-fand sich häufig, fast täglich in ihrem Haus und fühlte sich baldvon der schönen und gebildeten Tochter angezogen und gefesselt.Wenn es schwer unterscheidbar ist, wie tief Swifts eigentlicheNeigung für Vanessa ging, da er sich von vornherein durch dieErinnerung an Stella, vielleicht auch schon durch seine eigensteNatur in Schranken gehalten fühlte, so schlug doch bei EstherVanhomrigh die Leidenschaft für den geistesmächtigen Mann inhellen Flammen empor. Sie gestand Swift ihre Liebe, er stießsie nicht zurück und konnte doch des herrlichen Geschenks nichtfroh werden! Unter solchen Umständen nahm er Besitz von sei-ner Dekanei. Es wird wohl stets unenthüllt bleiben, was da-mals zwischen ihm und Stella vorgegangen. Aber gewiß war