Iw den Grenzen Hlium
Erhab'ner Anblick, düster und ernst genug,
Daß aller Schauer einer versunk'nen Zeit,
Und welcher Zeit! uns anweht, jenerEh'rnen Epoche der Welterob'rung.
Ein Klang der Vorzeit rauscht mit des Adlers FlugAus jedem Denkmal; aber noch schwebt ihr GeistIm stolzen Laut der alten SpracheUeber den einst unterjochten Erdkreis.
(H. Lingg.)
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Roma! Roma! Der Wanderer aus Norden ruft es, er, dessen Sehnsucht nach der ewigen Stadt seit frühesterJugendzeit mit ihm gewachsen war, sobald seinem spähenden, ungeduldigen Auge, weithin sichtbar, ein Himmel unterdem Himmel, Sankt Peters Dom, aus strahlender Ebene in den tiefblauen Himmel emporsteigend, sich offenbart.
Noma! Roma! Er ruft es mit jenem seligen Kindheitsschauer, der ihn erfaßte, wenn die Weihnachtsglockenihm das liebste, schönste Fest einläuteten, und er sich im Schooße einst vollkommenen Glückes geborgen wußte.
Die frommen Pilgerschaaren, fernher wallend, bestäubt, ermattet — dort, auf weithinschauender Höhe knieensie nieder; sie erblickten soeben die heilige Stadt, die hundert Kirchenkuppeln, die goldenen Kreuze im Strahle derMorgensonne leuchtend — — neubelebt breiten sie die Arme aus, inbrünstig falten die Hände sie, und wie einGebet steigt empor der entzückte Ruf: Roma! Roma! -
Rom, o Rom! Rufst du es nicht mit tönendem Mund, so wird es im Herzen dir zucken und klingen; deinGeist wird empfinden, daß er begnadet, das Herrlichste zu schauen, und mit ehrfurchtsvollem Schauer mag es dirüber die Wangen, über den Nacken gleiten, wo immer der Odem der klassischen Vorzeit dich anhaucht, wo immerdie Jahrtausende zu einem geweiheten Augenblicke des tiefsten Schaums dir sich verschmelzen:
„Dort auf dem Capitol Cäsaren, Päpste —
Und auf dem Pantheon Epheu von gestern."
Nicht Alle sind berufen zu sehen, aber auch dem Seher ist das ganze Rom zu allgewaltig, auch zwei begnadeteAugen erfassen, umschließen das ganze nicht alsobald.
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