dieser Minister zu sich uub machte mir den Antrag, alsVertheidiger oder Lobredner seines Planes aufzutreten.Es lag manches in diesem Plan, das sich allerdings ver-theidigen ließ; aber auch vieles, wogegen meine Ueber-zeugung sich auflehnte; und da die Sache äußerst verhaßtwar, und man mich zur rechten Zeit nicht zu Rathe ge-zogen hatte, so glaubte ich, den Antrag zurückweisen zumüssen. Dies geschah jedoch in den anständigsten undfreundlichsten Formen. Graf Metternich, mit welchemich mich den Winter hindurch in ein sehr angenehmes undintimes Verhältniß gesetzt, war völlig mit mir einverstan-den, und half mir bei der Ausführung meines Ent-schlusses.
Als der Sommer herannahte (es war der frühe undso merkwürdige, den man lange zitiren wird), fühlte ichdringend die Nothwendigkeit einer neuen Einrichtung mei-ner Oekonomie. Mein Etablissement in Prag bestand noch;aber jeder Gedanke dahin zurückzukehren, mußte nun,theils als unnütz, theils als unausführbar, aufgegebenwerden. Durch den redlichen Beistand, den der GrafHardenberg und der brave Johnson mir leisteten, ver-schaffte ich mir eine für die damaligen Zeiten nicht unbe-trächtliche Summe Geldes, löste das Etablissement in Pragauf, und vertauschte die mir nuerträglich gewordene Woh-nung auf dem Kohlmarkt gegen ein Jnterims-Quartier imWetzlar'schen Hause (an der Ecke der Teinfalt-Straße),welches mir Fürst Louis Jablonowski für den Sommerüberließ, und welches ich in den letzten Tagen des Juni bezog.
Adam Müller hatte sich zu derselben Zeit mit sei-ner Familie in Wien niedergelassen. — Auch AugustWilhelm Schlegel und Franz Baader aus Münchenkamen damals zum Besuch nach Wien.