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Ohne daß ich über Schmerzen zu klagen hätte, verfolgtmich eine Abspannung, eine Unlust, eine Trägheit, dienichts zu überwinden vermag. Nichts geht mir von derHand; ohne Unterlaß frage ich mich: Wozu denn nundies oder dies? Und sofort wird jede Lektüre, jede Ar-beit, wenn nicht unmittelbare Nothwendigkeit sie gebietet,nur zuwider. — Doch ich könnte ein kleines Buch über diesesfatale Sujet schreiben. Außer mit Leiden und höchstensmit Türkheim, sprach ich mit niemanden davon. — Ichhabe heute wieder verschiedene lange, aber unausweichlicheBesuche: Herz — Hofrath Brenner — Graf Bombelles,— beim Essen Acerbi — Abends Fürst Schönburg. Ichschrieb in den Zwischenräumen an einer Depesche nach Bu-carest. Da der Kaiser heute von Preßburg zurückgekehrtwar, so mußten die Fenster erleuchtet werden; das ließ ichmir denn bis halb 10 Uhr gefallen.
Den 17.., Donnerstag. Das war ein ruhiger Tag, woich ganz nach meinem Gefallen leben konnte. Nur von 1bis 2 brachte ich eine Stunde bei Stürmer zu, undärgerte mich über manches. Um 5 Uhr verfügte ich michzu Wellesleh's, wo ich mit Graf Merveldt, FürstAlfred Schönburg rc. speiste, auch die Bekanntschaft desjungen Lord Albert Conyngham machte. Um halb 8fragte ich vor der Staatskanzlei an, da der Fürst um2 Uhr von Preßburg hatte abreisen sollen. Er war abernicht angekommen; ich fuhr also nach Hause und ging um9 Uhr zu Bette.
Den 18., Freitag. Um halb 10 fuhr ich zum Fürsten,der nach einer mehr als dreiwöchentlichen Abwesenheitgestern Abend von Preßburg zurückgekehrt war. Das Ge-spräch roulirte fast ausschließend auf den ungarischen An-gelegenheiten; von auswärtiger Politik kam nicht viel zur
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