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Hause. Es wehte heute von neuem, bei ziemlich klaremHimmel, ein kalter Wind; ein Grund mehr, meinen Vorsatz,nach Weinhaus zu fahren, aufzugeben. Ich las Wertheim-steiner den Rothschild'schen Aufsatz vor, den er mit un-verstellter Bewunderung anhörte. Den ganzen übrigen Tagbrachte ich mit Lektüren über das englische Neutralitäts-System zu, befand mich im Grunde erträglich, aß auch mitbesserem Appetit als gestern. Abends kam Türkheim zumir. — Ich arbeitete bis halb 10, und hatte eine vorzüg-lich gute Nacht.
Den 8., Sonnabend. Besuch von Graf Welschberg,und von Herz. Letzterer sprach mit mir von dem Eindruck,den mein biographischer Aussatz über Rothschild auf ihnund Andere gemacht hatte. — Um halb 12 zum Fürsten.Expedition aus Petersburg vonü 26. März. — Um 1 Uhrnach Weinhaus. — Um halb 5 Uhr gegessen. Dann De-peschen aus Petersburg gelesen, bis 10 Uhr.
Den 9., Sonntag. Ich fuhr um 11 Uhr zum Fürsten.Da der Kaiser heute zum erstenmale ausfuhr, war großeBewegung in der Stadt. Als ich zum Fürsten kam, waraber der Erzherzog Ferdinand bei ihm. Der Fürst ließmich hereinrufen, und wir hatten mit dem Prinzen einlanges Gespräch über die gestern eingelaufenen merkwürdi-gen Depeschen. Nachher theilte mir der Fürst noch eineMenge sehr interessanter Briefe aus Paris und Londonmit. Gegen 3 Uhr verließ ich ihn, ging zu Sir HenryWellesley, und unterhielt mich mit diesem eine Stundelang. Beim Zuhausekommen fühlte ich eine Anwandlungder Oppression, die bald vorüber ging. Eine halbe Stundenach dem Essen aber überfiel sie mich häufiger als je; undich brachte ein paar Stunden in einem äußerst ängstlichenZustande hin. Um 6 Uhr war alles vorüber. Ich hatte
F. v. Gentz. IV. 11