Band 
Vierter Band.
JPEG-Download
 

307

Aenderung des Wetters. Starker Regen, der die ganzeNacht anhält. Thermometer fällt auf 15.

Den 7., Dienstag. Um 9 in die Stadt. Der Fürstwar wirklich um 1 Uhr in der Nacht abgereist. Gesprächemit Baron Stürmer, Wertheimsteiner, Hülsemann,mit Graf Sedlnitzky rc. Um 2 Uhr nach Weinhaus.Ich war bei Graf Bernstorff in Hietzing geladen, undlange sehr zweifelhaft, ob ich mich hinbegeben sollte. Dennich war in einer unruhigen und trüben Stimmung. In-dessen entschloß ich mich zuletzt, hauptsächlich aus Rücksichtauf Wellesley's. Mit diesen also, und mit Münchhau-sen und Frau, Gräfin Pralorme, Lebzeltern und Frau,Maltzan, Graf Sedlnitzky, Fürst Jablonowsky rc.machte ich ein gutes Diner in einem sehr angenehmenLokal, und war um halb 8 wieder zu Hause. Das Wetterhatte sich von neuem gehoben; die Luft war aber em-pfindlich kühl; der Thermometer um 10 Uhr Abends,bei sehr heiterem Himmel, auf 12°.

Den 8 .., Mittwoch. Der Fürst Esterhazy frühstücktbei mir. Gleich nach 10 in die Stadt. Vielfältige Ge-spräche mit den Herren in der Staatskanzlei, bis 1 Uhr.Dann zur Gräfin Fuchs; dann von Müller Abschiedgenommen. Um 3 Uhr nach Weinhaus; von Welles-ley's zärtlichen Abschied genommen. — Besuch von Leb-zeltern und seiner Frau, von Oberst Kavanagh, vonPilat. Vorbeitungen zur Reise. Das wiedergekehrte gött-liche Wetter sollte mich freuen; aber es vermehrt anstattdessen die herzliche Betrübniß, mit welcher ich diesmalmein liebes Gartenhaus verlasse, und eine Reise antrete,die mich, ich weiß nicht warum, mit durchaus trüben Ahn-dungen erfüllt. Um halb 11 zu Bette.

Den 9., Donnrrstäg. Ich stand um halb 6 Uhr auf

20 »