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9-10 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend / J. G. v. Herder
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das Studium der Theologie betr.

schlechte Stadt, und Galilaa eine arme, unterdrück,te Provinz. Er war seinen Eltern Unter-than, heißt's , half seinem Vater im Handwerk,und ließ sich also, (das ist erwiesen l) an ihremStande bis zum dreißigsten Jahre seines Lebensgenügen. Hakte ihm nun auch seine Mutter alledie Engelmährc^en (so wird und muß sie der Verf.nennen) frühe etzahll, die vor und bei seiner Ge-burt sich zugetragen haben sollten, daß also stattdes Johannes seine Mutter die Ehrsüchtige ausdem Stamme Davids gewesen wäre, die ihm der-gleichen Funken des Ehrgeizes frühe in die Brustgesaet hatte; so konnte sie theils ohne neuen Unzu-sammenhang dieser Erzählung nichts hineinsaen, alswas ihr der Engel gesagt, was sie von den Hirtenvernommen haben wollte, (und weder jene, nochdiese sprechen von einem weltlichen Reiche odergeben dazu die mindeste Hoffnung) theils seben wiroffenbar, daß ihre ehrsüchtige Lüge auf ihren Sohnlange Zeit nichts gewirkt haben muß: denn er bliebbis zum dreißigsten Jahr, was sein Vater war,und in seinem Hause. Ja, wenn noch späterhinseine Vrüdec zu ihm sagen :gehe hin! in Jeru-salem, am Fest ist Schauplatz eines Propheten!",was antwortet er ihnen?

Bis dahin ist also alles aus der Luft gegriffen;und nun, die Geschichte, wie sie da liegt, betrach-tet , geht Schritt für Schritt dem ersonnenen Wahnentgegen. Einen Sohn Gottes, ein ewigesWeich auf dem Stuhle Davids kündigt der Engel

Herders Werke r. Rel. u. Tbcol. lX. E e