Briefe,
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Autor es aus eine schneidende Spitze stellt und von.nichts Wenigerm spricht, als von einem so offen-baren Erweise der Falschheit des Christenthums, alswir's nur immer den Mahomedanern vorwerfenkönnten, wenn die Lüge wahr wäre, daß Mahomebam dritten Tage habe aufstehen wollen und noch bisjetzt nicht ausgestanden sey. Auch setzt es der Vers.sehr ins Licht, warum dieser Lügen - Erweis demChristenthum habe bleiben müssen und nicht ausseinen Büchern hinwcggetilgt sey? Gutherzig glaubteman immer: ,,er werde, werde kommen! Er habees zugesagt und die Zeit, die höchste Zeit sey da!"So sey Einer nach dem Andern, zuletzt auch deralte Johannes mit seinem „Kindlein! es die letzteStunde!" gestorben und .nun stehe der Flecken un-ausgetilgt, unaustilgbar da — -— Was wäre ge«gen das fürchterliche Argument zu sagen?
Nichts, als was Christus sagt: „von dem„Tage und von der Stunde weiß niemand, auch„die Engel im Himmel nicht, auch des Men-schen Sohn nicht; allein der Vater!" Dassteht so offen da, als jenes Versprechen, und, michdünkt, dadurch wird das schneidende Schwert aufEinmal stumpf. Wußte Christus nichts von demTage und der Stunde , bekannte er's frei, daß er'snicht wisse; so darf er's auch nicht gewußt haben,eben weil er's nicht wußte. Er wußte auch nicht,ob auf jenem Feigenbaum Feigen waren, ja er irrtesich sogar, da er sie darauf vermuthete, wie dasunläugbar dasteht. Hier will er's ausdrücklich nichtWisse» und so durfte er sich auch nicht irreich
Er