46c»
Briefe,
spiel Jesu sind der Vorsaal voller Gemälde zu un-serer Ermunterung; Noth aber und das Gefühl derBedürfniß sind die ächte Schule des Gebets selbst.Erwecke im Menschen einen freien kindlichenGeist zu Gott, und dieser Geist wird, wie derApostel sagt, auch ohne Wert im Herzen beten;fehlt jener dem Menschen, so ersterben ihm asteWorte des auswcndiggelernten Gebets auf seinenLippen. Dies ist also die Bahn, auf der es derLehrer zu treiben hat, und das Gebet Jesu bleibtder Edelgestefn aller seiner Gebete. Es enthalt dieSumme unserer Bedürfnisse und Aussichten in denreinsten, kürzesten, ganz kindlichen Worten —
Von den andern Mitteln der Gnade werdenwir im praktischen Zusammenhange reden; lassenSie uns jetzt mit einigen Worten von den letztenDingen der Welt schließen.
Hier leben wir nicht ewig und sollen hier nichtewig leben: Pilger sind wir auf der Erde, dieihr himmlisches Vaterland suchen. Eine Lehre, dieuns also hier nur so ruhig und zufrieden mit derWelt machen will, ist nicht die wahre Glaubens-lehre der Christen, sie weiset auch nicht zur ächtenNachfolge Jesu. Es soll uns hier gefallen, abernicht zu sehr: selbst unsere Erdenglückseligkeit undTugend soll nur Erziehung, Reise und alsodas Mittel, nicht der letzte Zweck unseres irdischenDaseyns werden. Allerdings sind in Gottes Reichalle Mittel auch Zwecke, und dem Menschen mußsein Erdenleben, wenn es zu einem höhern derWeg seyn soll, gewiß ein ganzer und so weit esmöglich ist, ein genau - erforschter Mittelzweck