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9-10 (1828) Briefe, das Studium der Theologie betreffend / J. G. v. Herder
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Briefe

Muth unh Scharfsinn dazu hatte, eine gute kri-tische Geschichte sämmtlicher Apokry-phen erhielten.*)

Ich habe mich weitab verirret und komme zu-rück zu Christo. Auch er war ein Jscaelit, undda§ himmlische Reis seiner Religion, das alle Völ-ker beseligen sollte, wär ja auf den wilden unddürren Weinstock der jüdischen Religion gcpflanzet.Ich beuge mich vor seiner stillen und erhabnen Ge-stalt, die mit reinem und Hellem Blick die Schrif-ten des A. T. las, und insonderheit auf das, wasLeben in ihnen ist, auf das Wort Gottes alsZeugniß von ihm und seinem Hähern Reich zeigte.Er suchte den Geist und ließ den todten Buchstabenliegen. Den Sadducäismus kritischer Freigeister«sowohl als den Pharisaismus kritischdogmaiischenAberglaubens gieng er vorbei, und drang durch dieMitte beider auf That, auf rein zu erfassende gött-liche That, auf menschliche Veredlung und die simpleschlichteste Wahrheit. Erkenntniß GotteS, des Va-ters der Menschen, war ihm Seligkeit und dasewige Leben: mit diesem Evangelium, mir dieserPhilosophie und Moral sandte er die Apostel in alleWelt aus: der Leichnam des mosaischen Gesetzeskonnte und durste nun vermodern, denn die Zeitseines Lebens war vorüber: sein Geist war in alleWelt gegangen alle Volker zu lehren,

P Seitdem ist (»7g5l Hrn. H. Eichhorns Ein-leitung in die apokryphischen Schriften des A. L.erschienen, A. d, H,