unter Wilhelm und Anna. ^79
Sittlichkeit Eins und Dasselbe. So wenig esmehrere Vernünfte im Menschengeschlecht gebenkann, so wenig sind Mehrere höchste Principien derSittlichkeit auch nur denkbar. Plat 0 und Ä r i-st vieles, Demokrit und Zeno, unter denNeuern Elarke und Wollaskon, Smith,Ferguson, Leibnitz und Spinoza sagen imGrunde Ein und Dasselbe; Zeder sagt es nach sei-ner Ansicht der Dinge Und inneren Lebensweise.Dieser dunkler, jener klarer; bestimmter, unbestimm-ter, enger, weiter. Wähle man sich eine Formelund bringe die andern zU sich herüber; Nur wendeman auch die Formel an; denn das bloße Setzender Henne thuts nicht.
Kein Streit ist nutzloser, als der über das erstePrincipiuM der Moralität geführt wird. Gehe derEine von außen hinein, der andre von innen hin-aus; der vorn Erkennen, der vom Empfinden; nursey das Empfinden nicht ohne Erkennen ; das Erken-nen nicht ohne Empfinden. Wer sein PriNcipiumdeßwegm für alleingültig halt, weil Er es setzt,den lasse man setzen und sein Ipss kenit komisch-ei-tel umtanzen.
Ohne ehrliches Gefühl der Wahrheit Wddes Rechts, Mithin auch ihres Lohns und ihrerStraft ist keine Moralität denkbar. Weder Gesetzenoch der Katechismus können uns dies Gefühl ge-ben, wohl aber in uns erwecken und es fördern.Die Anerkenimng des Gesetzes als unsrer Natur,die Befolgung des Katechismus mit Lust undLiebe, sie macht freudige Jünger der Moralaus stolzen Dictatoren und stöhnenden Knechten.
M s