Band 
[Adrastea I & II.]
Seite
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178 III. Großbritannien.

sondern konstituirt eine zartere Gewissenhaftig-keit, als ins Leben gebracht, dieser Grundsatz?Kräftig cristirt kein Gewissen in mir, bis ich dasSchändliche des Lasters, so wie das Liebens-würdige der Pflicht und Tugend, diese in ihremReiz, jene mit Abscheu fühle. Beym imperatori-schen Geschwätz von sittlicher Vernunft ohne strengeAnwendung auf Euch kann Euer Gewissen schlafen;und schläft so lange, bis Ihr Gefühl für Rechtund Unrecht, Haß gegen das Niederträchtige undgegen jede Niederträchtigkeit, dagegen zum Edlenund Guten Zug, Hang, Liebe fühlet. Ohnedies Gefühl dcmonstrirt ihr: „niemand solle lü-gen" und Ihr lügt; „niemand solle unsittlich seyn"und Ihr handelt niederträchtig. Ihr demonstvirtfort, und jeder Honette verachtet Euch, weil er sie-het, daß Euch das Gefühl des Edeln und Nie-derträchtigen sogar fehlet. Lebte dieses in Euchauf, und in jedem einzelnen Fall auf, so würdeeuch (conscioNtia) Gewissen. Es spricht demAufmerkenden zu Tag und Nacht, weckend, beleh-rend , warnend, strafend, da es eben couscientia,die Stimme seines Gesammtgefühls, seinerganzen Existenz und Convenienz zum morali-schen Weltall nicht anders als seyn kann. Werdas moralische Gefühl als ein von aller Vernunftund Anerkennung Verschiedenes, als einensechsten Sinn oder als einen mit uns erwach-senen Leichdorn betrachtet, der hat leicht zu wi-derlegen: denn er redet wie ein Kind im Traum; erMißverstehet und mißdeutet.

Mithin sind, so verschieden sie vorgetragen wur-den, alle sogenannte erste Grundsätze der