unter Wilhelm und Anna. 19A-
langen unter Wilhelm und gegen ihn selbst zeigen.Aemter und Ehren, oft Heimchen und Geschlechter,und was zu Einerley Zwecken beyden unentbehrlichwar, Wissenschaften verbanden beyde Häuser,beyde Stande. Aus beyden blieb den Regentenoder Regenrinnen die Wahl ihrer Geschäftsmänner;was Wunder, daß mit- neben- und untereinanderbeyde Stande wetteiferten, oder Einer den andernzu seinem Werkzeug machte? Unter der KöniginAnna konnte nicht etwa nur ein Addison, einKanzler King u. s, wie unter Wilhelm ein Som-mers aufblühn; die alten Familien in ihrem er-worbnen auch wissenschaftlichen Ruhm trieben jungeSprossen und Zweige. Lese man Swifts, P 0-pe's Briese, durchlaufe man die berühmten Wvchen-und Staatsblatker damaliger Zeit; man staunt überdas Getreide zweyer Partheyen, die Verstand, Witz,Redekunst, Styl aneinander schärften.
7. Da seit einem Jahrhunderte England, Frank-reich und Holland freundlich und feindlich in einerArt Gemenge gewesen waren, so machten sie inSachen des Geistes bey allem Nationalunterschiedegleichsam nur Einen Staal aus, in welchem dieüberwiegende Insel das Kontinent nach ihrem Ge-fallen nutzte. Schon Cowley, Waller, Prior,Addison, Swift u. f. hatten sich durch das Le-sen Französischer Schriftsteller, deren glänzende Zeitdamals im qroßesten Ruhm stand, oder gar durchReifen inS nachbarliche Frankreich selbst gedsidet *).
*) Siehe ihre Werke und Lebensbeschreibungen; inS h e ri d a n s Leben S >v i fk s , die Werke indieser gelesen.
HerdersWerkez. Phil.u. Gesch. IX. N