Band 
[Adrastea I & II.]
Seite
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im Nord.

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den grössten Helden und den größesten Gesetzgeber.In jenen frühen Zeiten waren die Lacedämvnieräußerst rauh und unwissend; sie wußten von keinemGesetz, als was ihnen ihr Wille oder ihr Beherr-scher gebot. Lykurg hätte den Scepter ergreifen kön-nen; sein Ehrgeiz aber strebte zu einer höheren unddauerhafteren Herrschaft, über die Seelen undSitten seines Volks und dessen Nachkommenschaft.Er gründete die sonderbarste Verfassung, die je ineines Menschen Kopf oder Herz gekommen ist; siesollte eine neue Schöpfung bewirken. Die Reichenüberredete er, ihre Länderey mit den Armen zu thei-len. Geld, wie es unter andern Völkern galt, ver-bot er; so auch alle Waaren und Materialien derPracht und des Luxus. Seine Lacedämvnier mußtengemeinschaftlich essen, frugal und einfach. Er ver-bot allen kostbaren Aufwand in Hausgerath undKleidung. Kurz, er machte es zur Pflicht, jedesinnliche und selbstische Begierde zu unterdrücken, da-gegen täglich harten, mühvollen, körperlichen Uebun-gen sich zu unterziehen, Schmerz ertragen zu lernen,und den Tod edel zu verachten. Zuletzt gab er eineihm nothwendige Entfernung auf eine Zeit vor, undnahm von den Lacedämoniern einen Eid, seinen Ge-setzen ohne die kleinste Aenderung nachleben zu wol-len , bis er wiederkomme. Er kam aber nicht wie-der ; aus Liebe zu seinem Lande verbannte er sichauf immer, und nahm bey seinem Tode Maasre-geln, daß sein Körper nie gefunden, mithin auchnicht nach Lacedämon zurückgebracht werden könnte,damit sich unter diesem Verwände feine Landsleukenicht etwa ihres Eides entbänden.