Band 
[Adrastea I & II.]
Seite
329
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im Nord.

32g

D. Wovon?

E. Von Vielem. Ich dachte daran, daß dieNatur gewöhnlich diesen Weg nicht gehe, daß sieihre Kinder nicht übereile, sondern langsam erziehe.Der Keim, das Graschen, der Halm, die Blattchenmit ihren Knospen, feiner und feiner; dann erst dieBlüche, und wenn, beschirmt von ihr, diese reif undgesichert ist, dann erst die Frucht. Mit einigenGewachsen gchet sie freylich diesen Weg schneller;treibt sie aber je auf einmal dicht am Boden sogleichdie Blume hervor?

D. Erinnerst Du dich nicht an die Zeitlo-se, die auf einmal aus der Erde hervorblühet?

E. Es ist auch die letzte Blume des scheiden-den Herbstes, die Ankünderin des kommenden Win-ters. Wir trauren, wenn wir mit Zeitlosen dieWiese überdeckt sehen, und fragen uns sogleich be-kümmert: „wie lang' ists noch hin, ehe wir Blu-men des Lenzes, Himmelsschlüssel, Veilchen wie-dersehen? Werden wir sie erleben?" —

D. Jetzt haben wir sie erlebt, diese fröhlicheZeit; wir freuen uns also auch dieser Blüthe. Aberverzeihe, Freund, Deine Anwendung, wie die Naturihre Kinder erzieht, und wie Menschen Menschen, jaVölker bilden sollen, scheint mir einer großen Ein-schränkung zu bedürfen, Die Natur ist so groß undreich —

E. Der Mensch dagegen so klein und arm —

D. Jene hat so viel Hülfsmittel und Kräf-te --

E. Der Mensch so wenige —