3'jo V. D,st e Großen
D. Jene darf sich so lange Zeit nehmen, alses ihr gefallt; sie kommt doch zu ihrem Ziel —
E- Und käme der Mensch je zu dem Seim-gen, wenn er irgend etwas außer der Zeit thäte?Eben wie die Natur bey jedem Gewächs seine,und eben damit ihre Zeit hält; (das Jahr, die Jahrs-zeiten des Einen sind nicht der Kalender des An-dern ;) sollten die Menschen nicht auch bey dem fein-sten Werk, das sie zu treiben haben, indem sie dieNatur nicht etwa nur nachahmen, sondern sie ver-edeln, sollten sie nicht auch mit jedem Gewächs sei-ne Zeit halten? D. i. bey keinem Frucht vor derBlüthe, bey keinem Blüthe im Keim fordern.
D. Doch aber, wo es die Natur des Gewäch-ses will, die Blüthe durch ein befruchtendes Don-nerwetter hervortreiben? Ich dachte eben anPeter den Großen, der seine Nation auf Ein-mal/ und zwar mit Gewalt in Künsten blühendmachte.
E. Ich auch; wir finden uns also auf EinemWege. Lassen wir das Gleichniss und reden vonThatsachen der Geschichte. Es ist wohl das wichtig-ste Thema, wovon in unserm Jahrhundert, in demAlles aufs schnellste kultivirt werden soll, ge-redet werden mag —
D. Und geredet wird, raisvnnircnd und de-raisonnirend. Du glaubst also, Peter der Großehabe sich in der zu raschen Bildung seines Volksübereilet?
E. Ich habe zu viel Verehrung gegen dasAndenken dieses großen Mannes, als daß ich über