Band 
[Adrastea I & II.]
Seite
371
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des vergangenen Jahrhunderts. 371.

nur verübend seinen Zweck erreichen wolle, er nichtmit der Thür ins Haus' stürzen dürfe. Endlich ge-fiel sich, (wer mag es laugneN?) Leibnitz in derScholastik, im Disputiren und Demonstriren; seineganze Kunst zeigte sich, wenn er das Jndemonstrablewenigstens glaubwürdig machte. Manche Fürsten,die ihn zu Unterhandlungen dieser Art anregten, wa-ren , wie der Erfolg gezeigt hat, dem Katholicismusselbst gewogen; und Leibnitz, Er selbst, wo konnteer mehr Ehre und einen größeren Wirkungskreisfinden, als in der katholischen Kirche? Als Mannvon Wissenschaft hatte er stets in einer allgemei-nen Versammlung gelebt, zu der alle wissenschaft-liche Lander gehörten. In der Mathematik, Philo-sophie und Geschichte hatte er mit dieser und fürdiese gedacht, gearbeitet; kein geistliches Amt be-schrankte ihn, noch weniger hakte es von Jugendauf seinen Gesichtskreis verenget. Früh hatte er inkatholischen Ländern gelebt, Italien durchreiset; an-gesehene katholische Männer waren seine Freunde;in dieser Lage und Denkart konnte er nie als einZelot schreiben. Unlaugbac ists indeß, daß ihn seineDemonstrationsliebe des Unbegreiflichen zu weit führte.

Daß dieser Weg der Verhandlung schwerlich zudem gehofften Resultat führe, war ihm vielleicht ebenso klar, als gleichgültig. Nie ist durchs DisputircnVereinigung gestiftet; gewöhnlich gingen die Dispu-tantcn, wenn sie nicht so friedlichen Sinnes wieLeibnitz, Fabricius, Jablonski u. f. waren, entfern-ter auseinander, als sie zusammengekommen waren.Harmonisch-denkende sanfte Gemüther gewannen sichfreylich durch diese Gedanken-Mittheilung lieber; diese

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