Band 
[Adrastea I & II.]
Seite
174
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17-4 I. Unternehmungeu d. vergang. Jahrhunderts

man sagt, bornirt sich zu bald', und erschwertsich seine Fesseln. Ost sinket ihr unter ihrem leisen,aber fortwährenden Druck nieder und veraltet. Ver-altet vor der Zeit unter Gewohnheiten, die ihr nichtandern wollt oder dürst; nicht dürst, weil ihr sienicht ändern wollet. Vorurkheile umschlingenuns vielleicht leichter als Euch; aber an Euch sindsie drückender und fester. Mit unsrer mehreren Ela-sticität und Seelenfreiheit sind wir gebohrne Freimäu-rerinnen am reinen Bau und Fortbau der Mensch-heit. Welchen großen und schönen Gedanken hatteSvkrates, den ihm Aspasta nicht eingab?

Faust. Halt, Linda! Und doch gehört Ihrbei Euren großen Gedanken und Imaginationen dochnicht in dies geschlossene Viereck des Berathens undWirkens. Lauft nicht die Phantasie oft mit Euchfort? Ist nicht der gute Trieb bei Euch immervoran? Ihr seyd zu thätig, zu barmherzig; derAugenblick übernimmt Euch. Auf Einmal würdetIhr der gesammten Menschheit helfen wollen undalles verderben. Schon deßhalb gehört Ihr nicht injenes stillberathende, Leidenschafllos wirkende ViereckcleUa Lruscu.

Linda. Was heißt das?

Faust. Es gab eine Akademie in Italien, diesich so nannte; das Sieb war ihr Sinnbild. Siesichtete aber nur Worte; diese Gesellschaft, hoffe ich,sichtet Unternehmungen, Thaten.

Linda. Im Dunkeln, bei stiller Nacht? Daßsie nur nicht unthätig zu lange sichte!

Faust. Bei Licht, hoffe ich, und bei HellemLichte. Was bürgerliche Gesetze allein thun könne»