Band 
[Adrastea I & II.]
Seite
175
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zu Beförderung eines geistigen Reiches. 176

und thun müssen, sind die Kleien im Siebe, die sieandern läßt; aber wohin die Gesetze nicht reichen,wo die bürgerliche Gesellschaft den Armen und Be-drückten, das unerzogene Kind, den TalentvollenJüngling, den gekränkten oder fortstrebenden Mann,die erziehende Mutter, die blöde Jungfrau vergessenoder verlassen, da tritt der Dienst dieser Unsichtba-ren, als Rath- und Thatvoller Hüls- und Schu«-geister ein —

Linda. Und mich dünkt, ihre Arme langenweit; sie kennen einander in allen Landern. Man-chem Jünglinge, höre ich, haben sie durch Empfeh-lung und Unterstützung, durch Rath und Thal fort-geholfen, der ihnen sein Glück danket.

Faust. Und doch, Linda, wäre es ein großerMangel der Gesellschaft, wenn sich ihre Glieder nurunter einander forthülfen. Sie würde damit eineArt Judenthum, ein Staat im Staat. Viel-mehr wünschte ich, daß diese Unsichtbaren, wie be-dürfnißlofe Geister, sich selbst vergessend, nach außenwirkten. Diese Parlheilosigkeit machte die Gesell-schaft zu einem Areopag des Verdienstes, derSitten und der Talente. Träte sie jedem Edelwol-lenden, auch außer ihrem Viereck, unsichtbar zurSeite, und unterstützte und belohnte ihn, weckte denSchlummernden, richtete den Gesunknen auf; wiemanches würde für die Zukunft still vorbereitet, waSjetzt noch nicht gethan werden kann, was aber gewißgeschehen wird und geschehen muß! Deßhalb habeichs gern, wenn ich höre, daß die Gesellschaft talent-volle, rüstige Jünglinge, durch Stand, Rang, Güter,vorzüglich aber durch thätige Klugheit und Erfahrenheit