23,8 I. Unternehmungen d. verging. JahrhrmdectS
müßten, so daß Eine der andern Geruch scheuer rDas hieße seinen lebendigen Körper zerschneidend inTheile theilen, deren Einer von dem andern getrenntgegen ihn Abscheu oder Verachtung nähren soll.Vom mittlern Stande geht bekanntermaßen diegeistige Thätigkeit und Cultur aus; aufund nieder soll sie wirken, damit das Ganze belebtwerde. Diesen Stand von den obern Standen höh-nend trennen, heißt die obern Stände fortwährendzur Einseitigkeit, zu barbarischem -Stolz, zu Un-wissenheit und Anmaßungen verdammen, die, seitsie nicht mehr auf dem Harnisch, sondern auf einerhölzernen Schnürbrust beruhen, in der mansich weder edel noch frei beweget, eine den mensch-lichen Geist beleidigende E lau sur sind. Zeder ver-ständig - anordnende Geist trennt nicht, sondern ver-einigt die Glieder seiner Gesellschaft.
Lustbarkeiten zeigen am meisten die Sit-ten des Volks; zu Bildung und Mißbildung dersel-ben tragen sie viel bei; weder unsittliche also nochunverständige sollte eine vernünftige Menschengescll-schaft dulden. Das einzige Theater erfordertehier eine lange Rede, der ungeheuren Macht wegen,mit der es wirket. Die Griechen, wenigstens An-fangs, wußten, wozu sie ihre Stücke schrieben undgaben; wie wenige es seitdem gewußt haben mögen,seitdem man sich an Allem, am Uebertciebenen undSchlüpfrigen sonderlich, nur amusiret, «ist eineandre Frage. Vollends die Gesellfthaststheakec unddaß man in der Gesellschaft fast von nichts andermals vom Theater zu sprechen weiß oder zu sprechenwaget — letzteres zeigt entweder einen so gebundnen