zu Beförderung eines geistigen Reiches. 2ZA
oder so hohlen und leeren Sinn, daß man oft fra-gen möchte: „ist denn die Welt, ist unser Leben dieseBretterbude?" — Und wie spricht man darüber?
Zsts dem Staat nicht gleichgültig, welche Sit-ten und in welcher Tendenz sie öffentlich aufgeführtwerden, so auch nicht, welche Schriften manheimlich lese. Censuren wirken hier wenig,wohl aber unmerkliche Sichtung der Leseb i,-blivtheken Einv erstand mit honetten Buch-händlern in Ansehung der Einfuhr fremder Schriften,und Borsorge, daß man honette Autoren habe. AnSinesischeu Schriften hat sich noch niemand geärgert;wohlan! Jedes schlechte Buch sei für unS Sinesischund Malabarisch.
Was in Sitten auf die Gesellschaft am meistenwirkt, ist nicht Lehre und Befehl, sondern Vor-bild, Beispiel, Gewohnheit, Mode«Manche Dinge hielt man für unmöglich, bis mansie sah; jede autvnvmische Gesellschaft war zuersteine Erscheinung, bis sie ihr Daseyn bewahrte.So auch die Sitten jeder dieser Gesellschaften; dasSchwerste ward in ihnen leicht, das Unangenehmezur Lust, das Unmögliche möglich— wodurch? DurchNacheiferu ng, durch Gewöhnung. „Gu-ter Sitten Stifter!" ein edler Name!Schweigend durch sie auf die Nachwelt fortwirken,ein hohes Verdienst! Wie Laster und Unarten zurMode werden können , warum sollte es nicht auchFleiß, Wohlansr ändigkert, Zucht, Ur-banität werden? zumal ihre Ausübung selbst sichempfiehlt und fortwährend lohnet. Gute oder schlechteSitten sind wie die reine oder eine verpestete Lust;