Band 
[Adrastea I & II.]
Seite
240
JPEG-Download
 

240 I. Unternehmungen d. vergang. Jahrhunderts

in dieser erstickt man, in jener athinet man frei.Angenehme Sitten kommen entgegen; widrige stoßenvon sich in jeder Gesellschaft.

Da Religion, d. i. Treue und Glau-den an göttliche und menschliche Ver-hältnisse, das Band und Jnsiegel jeder Gesell-schaft ist, so sollte man in christlichen Staaten ge-gen sie, mithin auch gegen das Christenthum»das sie lehret, und gegen den moralischenCharakter Christi nichts schreiben und lehrendürfen. Spannet euer Segel, so hoch ihr wollet;an die Krone, dir oben an diesem Kreuz hangt, anjene reine G o tt e s - Gen ia lita t und fortwirkendeMenschenliebe wird keine antastende Hand jereichen. Auch wer blind genug ist, die großeSonne der Welt, die alle geistigenund moralischen Kräfte Zusammenhaltund belebet, Gott, nicht zu sehen, gefalle sichin seiner chaotischen Dunkelheit — schweigend,.

Uebrigens wer über Buchstaben und Gebraucheder Religion zu sprechen ober zu schreiben hat, derspreche und schreibe. Schreibt er schlecht, spricht eralbern, so steht der Gesellschaft ein leichtes Mittelzur Hand, ihn zu beschämen, mau setze seinerschlechten eine bessere Schrift entge-gen; so hat man den Verlust in Gewinn verwan-delt. Den Freidenker weise ein besserer Freidenk-rzu Recht; so ist der Schade gehcilet. Ueberhauptsehe sich der Gesetzgeber eines Volks als einen Pyg-malion an, der aus dem Marmor eine Gestalthervorbringt und sie belebet. Ss betrachtete» sich die