Band 
[Adrastea I & II.]
Seite
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d e r Hu manitat. 271

seines Fürsten weidete sich an ihm; seine spate Ent-lassung ward Gnade, und nie bekam er die Ursacheseines Gefängnisses zu wissen, bis an den Lag sei-nes Todes *)." Wahre Begegnisse dieser Art müß-ten von Munde zu Munde, von Tagebuch zu Ta-gebuch fortgepflanzt werden: denn wenn Lebendigeschweigen, so mögen aus ihren Gräbern die Todtenaufstehn und zeugen.

Aufbisse Weise geführt, was wäre lehrreicherund nützlicher, als ein solches Register der Todten?Es ist kein Bösewicht auf der Erde, den nicht, wennsein schuldloser oder gar edler Gegner mit hingestreck-ten Armen daliegt, und die Todtenglocke über ibmertönet, das, wodurch er ihm im Leben wehe that,jetzt im Herzen steche und nage. Die Schlangender Rache, des Neides und Undanks entschlafen amGrabe des Todten und wenden sich gegen den le-benden Verbrecher. Hier also sitze, wie dort aufAjax Grabe, Tugend und Menschenwürde, und wageund richte.

Ich weiß wohl, wie schwer dies alles auszufüh-ren sey, zumal in Deutschland. Eben aber, daßMösers patriotische Phantasie „Aufmunte-rung und Vorschlag zu einer westphä-lischen Biographie" hier in einem weiterenUmfange erfüllet werden könnte, daß, wenn sonstnirgend, wenigstens auf einem Gottesacker die ver-

*) Eine sehr bekannte Deutsche Geschichte, über welchejetzt der zweite Theil von Schubarts selbstgeschriebenem Leben Auskunft giebt.