278 II. Briefe zu Beförderung
„sondern auch jene Philosophie" findet, die unserköniglicher Jüngling insonderheit werth halt. Er über-sendet ihm seinen Wolf, erbittet sich dagegen seineSchriften, seinen Unterricht in Briefen, und wirdein Schüler des Philosophen, nicht aus Eitelkeit, son-dern ernst und bescheiden. „Autoren, sagt er, sinddie Gesetzgeber deS menschlichen Geschlechts; ihreSchriften verbreiten sich in alle Theile der Welt; siemanifcstiren Ideen, die andre sich einprägen. Istin ihnen Starke des Gedankens mit Feuer des Aus-drucks vereinigt, so bezaubern sie und rühren. Baldathmet eine Menge Menschen die Liebe zum menschli-chen Geschlecht, die sie ihr durch einen glücklichenImpuls einhauchten. Sie bilden gute Bürger, treueFreunde, Unterthanen, die Aufruhr und Tyrannei ingleichem Grade verabscheun, voll Eifer, nur fürs all-gemeine Beste. Ihnen, den Schriftstellern, ist mandie Tugenden schuldig, die die Sicherheit und denReiz des Lebens ausmachen; was ist man ihnen nichtschuldig-"
So sahe Friedrich die Wissenschaften an, unddies blieb sein Bekenntniß. Die Talente, die hiezudienten, schätzte er an Voltare, in seiner Jugend fastüber die Maße, in feinem höheren Alter mäßiger;doch blieb ihm stets die hohe Achtung für einige großeStücke seines Lehrers, die er von andern sehr unter-schied, und ihm darüber offen feine Meynung sagte.Unter Waffen und im höchsten Alter hielt er dieWissenschaften nicht nur für sein schönstes Vergnü-gen , sondern auch dem Staat und der menschlichenGesellschaft unentbehrlich; ohne sie, meynle er, wür-