Band 
[Adrastea I & II.]
Seite
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»er Humanität.

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12 .

Mich dünkt, Ihre Fragen über den geringenAntheil, den die heutige Dichtkunst an den Händelnder Zeit nimmt, haben Sie sich selbst beantwortenkönnen: denn der Stoff dazu liegt völlig in Ähren»Briefe.

Schaffen Sie uns den Zustand der Griechen wie-der; und Alcaus, Pindar, Aeschylus, sindmit ihnen auch da. Zn vielerlei Rücksicht aber wür-den wir diese Zeiten nicht wünschen; und uns da-gegen an unsere dichterischen Unkheilnehmung begnü-gen. So wäre es auch in Ansehung der Zeiten H 0 razoder gar der Kreuzzieher und Harfner. Opitz undLog au fühlten die Drangsale des doeißigjahrigenKrieges; wider ihren Willen mußten sie an demElende, das er verbreitete, Theil nehmen; der Wi-derschein seiner Flammen glänzt in ihren Gedichten.Kleist, Uz und Gleim trafen auf die Zeiten derPreußisch-Oestcrreichischen Kriege; alle drei fandendarin unvermelkliche Locbeern, der erste aber auchbei vieler Roth, die er als Krieger mit bedrücktemHerzen sah, seinen blutigen Tod. Was diese Dich-ter uns aus theurer Erfahrung fangen, warum müßtees uns, durch neue Erfahrung theuer erkauft, wie-der erfungen werden? Tont uns Klei st s Stimmenicht noch *) ?

*) Die folgenden Verse sind aus Kleists erster eig-ner Ausgabe des Frühlings genommen ; werwill, vergleiche sie mit der jetzt gangbaren Aus-gabe. S. 36.