Band 
[Adrastea I & II.]
Seite
329
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der Humanitär. 829

Aubald nimmt der Dichter einseitige Parkhei, undthut der besten Sache, (geschweige einer schwachen,wankenden) mit dem besten Willen Schaden. Da-durch schwächt er die gute Wirkung seiner Gedichteselbst: denn in kurzem ist die Situation der Zeitvorüber; man siehet die Dinge anders an; man be-handelt ihn als einen abgekommenen Barden. Als»bleibe die Poesie in ihrem reinen Aether, der Sphäreder Menschheit,

eoetus^us vulgäres er väeiu

Lxernui liuiusnuru kutziente xenus.

In diesem höheren, freieren Raume begegnensich alle politische Meynungen als Freundinnen undSchwestern: denn im Elysium wohnt keine Feind-schaft.

Sehr gut also, daß unsre Musenalmanacheäußerst wenige politische Oden mit sich führen. Baldwürden zween gegen einander im Streit liegen; undüberhaupt ists doch nur Spiel, wenn Genien mitWaffen der großen Götter spielen.

Das aber glauben Sie, daß die Poesie als eineStimme der Zeit unwandelbar dem Geiste derZeit folge; ja oft ist sie eine helle Weissagung zu-künftiger Zeiten. Lesen Sie in Stollbcrgs Iam-ben , 1784 gedruckt, (S. 66) den Rath und mehrereGedichte; lesen Sie mehrere, frühere und spätere,Oden Klvpstocks, und laugnen noch, daß auchauf deutschen Höhen oder in ihren Thälern ein pro-phetischer Geist der Zeiten wehe. Schade nur, daßer nicht vernommen wird: denn um aller DeutschenRedlichkeit willm, welcher Mann von Geschäften