Band 
[Adrastea I & II.]
Seite
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der Humanität.

des; um so mißtrauischer hakt man sich also an jedenBalken, an jeden Span des Balkens, und glaubt,mit ihm schon gehe alles verloren. Das alte Schwertist verrostet z desto ängstlicher putzt man Griff undScheide.

Aus Volk, wollen wir eher mit Bedauren undGroßmuth, als mit Stolz und Zuversicht denken.Jahrhunderte lang ists unerzogen geblieben; daß eserzogen werde, kann unser einziger Wunsch seyn, nichtdaß es herrsche, nicht daß es gebiete und lehre. DieBesserung muß vom Haupt kommen, nicht von Füßenund Handen; ich kenne nichts abscheulicheres, alseines wahnsinnigen Volks Herrschaft.

Lassen Sie sich auch die Stimmen unsrer Philo-sophen nicht bis zur Täuschung bezaubern ; die wärm-sten sind nicht immer die hellcsten Köpfe. Von ihrenWünschen, vom Anschein der guten Sache eingenom-men, vom thätigen Leben und von der wahren Ge-stalt der Dinge entfernt, gefallen sie sich in Spekula-tionen ; oder als der zarteste empfindlichste Theil desPublikums trösten sie sich über das, was nicht ist,mit Traumen, was seyn sollte, also auch seyn wird.Der kranke,'zarte, fast nur in der Einbildung lebendeRousseau, hat er mit seinen stark ausgedrückten,regegefühlten Visionen mehr Nutzen oder mehr Scha-den gebrachte Ich wage es nicht zu entscheiden.

Wie ich fürchte, strebt der Geist unsrer Zeitenvorzüglich zur Auflösung hin. Dem Einen Theilder Welt sollen alle Bande aufhören; Alles soll leichtund lustig werden, weil wir des Alten satt, trageund erschlafft sind. Der andre Theil der Menschen,der sich im Besitz, leider auch oft mit Harte und