S62 II. Briefe zu Beförderung
dlebermuth, fühlet, verachtet die Beschwerden der an-dern, und scheint die Trommeten vor Jericho zu er-warten. Ein nicht erfreulicher Zustand. Ich kennekeine schlimmere Jahrszeit, als die, in welcher alleElemente gegen einander zu seyn scheinen, wennKälte, Regen und Sturmwinde toben.
Selten hat eine Verfassung, welche es auch sey,vom Grundgesetz ihrer Entstehung sich so weit abbie-gen können, daß sie ohne Sturz ihre Basis hatte ver-lassen mögen. Die Staaten Europas sind auf einSystem kriegerischer und religiöser Eroberung gegrün-det; die Pfeiler dieses Systems wanken; die Zeitnagt an ihnen; stürzen sie, so, fürchte ich, geht un-ter den Trümmern des Schlechteren auch das Bestemit unter. Vergönnen Sie mir also, daß ich vomGeist unsrer Zeiten hinwegsehe, und mich noch etwasweiterhin an einige Gedanken des alten Philosophenzu Sans-Souci halte, der auch die Welt kannte.
Fortsetzung
einiger Gedanken Friedrichs H.
„Ich bin durch ein Land gereiset, wo die Na-tur gewiß nichts gespart hat, den Boden fruchtbar,die Gegend lachend zu machen; aber es scheint, daßsie sich an Bildung der Pflanzen, Hecken und Flüssen,die die Gegend verschönen, erschöpft und nicht Kraftgenug gehabt habe, unser Geschlecht daselbst auch so