Band 
[Adrastea I & II.]
Seite
369
JPEG-Download
 

der Humanität.

36g

die Geißeln ihrer Völker und der Menschheit; solcheFürsten aber existiren jetzt nicht in unserm Europa.Wir haben schwache Regenten, nicht aber Ungeheuer,wie im ig-ten und i5ten Jahrhundert. Schwächeist ein unverbesserlicher Fehler; man muß sich deß-halb an die Natur, nicht an die Person kalken.Ich gebe zu, sie thun aus Schwachheit BösiS, inErdreichen ists aber einmal ein nothwendiaes Uebel,daß auch solche Wesen an der Spitze der Nationstehen: denn in keiner Familie folgen große Männerin Einer Reihe unverrückt auf einander. Glaubtmir! menschliche Einrichtungen werden nie zu einemgewissen Grade der Vollkommenheit kommen; manmuß sich mit dem Beinahe genügen, und gegenunabänderliche Mißbrauche nicht gewaltsam declamiren.

„Ich wünsche der französischen Nation Glücküber die Wahl, die Ludwig XVI. an Ministern ge-macht hat. Die Völker, hat ein Alter gesagt, wer-den nicht glücklich seyn, als wenn Weise ihr« Königeseyn werden. Die französischen Minister, wenn siegleich nicht Könige sind, gelten doch für dieselben anAnsehen und ' Gewalt. Euer König hat die bestenGesinnungen von der Welt, er will das Gute; nichtsist für ihn mehr zu fürchten, als die Pest der Höfe,die ihn mit der Zeit umkehre und verderbe. Er istjung; er kennt die Listen und Feinheiten nicht, da-durch die Hofleute ihn in ihr Interesse zu ziehen,ihn für ihren Haß oder ihre Ehrsucht einzunehmensuchen werden. Von Kindheit an ist er in der Schuledes Fanatismus und der Jmbecillität gewesen; diesHerders Werke z. Phil, u. Gesch. X. A a -j-lrartea. II.