?6 Brief« zu Beförderung
(ein Magister der Philosophie aus Quedlinburg, derviele Universitäten besucht hatte und in seinem Lebenzu nichts kommen konnte), ist in mehreren Urthei-len seiner Zeit so mächtig vorgeschritten, daß manes bewundert, wie sehr die Stimme der Wahrheitoft aufgehalten werden könne, und wie langsam dieZeit schleiche. Sein Prüfung des Europäi-schen Verstandes, (der Beschreibung nach einausführliches Werk), muß seinem Inhalt nach umso merkwürdiger seyn, da er nicht etwa nur dieHof- und Schulfüchsereien verachtet, sondern auchden reellen Wissenschaften, der Mathematik, Philo-sophie , den höheren und nützlichen Empfindungender Völker seine Aufmerksamkeit geschenkt zu habenscheinet. Wenn also seine unterdrückte Handschriftsich irgendwo noch auffände; (und ich zweifle dar-an um so weniger, da sie durch viele Hände gegan-gen ist, und wahrscheinlich mehrere Abschriften ver-anlaßt hak): so wäre, mit Auslassung alles dessen,was für uns nicht mehr dienet, eine geläuterte Be-kanntmachung derselben zu wünschen. In der Nach-richt, die vor mir liegt, wurde das Werk bei §ro-bvsen in Greifs walde liegend angezeigt undjedermann aufgefodert, es mit Verlag oder andererHülfe zu befördern; die damaligen Lichter Deutsch-lands mochten dieser Beförderung nicht hold seyn,und so blieb es begraben. Mir wäre es kein unan-genehmes Postpackct, wenn mir eine Fee dies ir-gendwo gewiß todtliegende Mscr. oder eine Nachrichtdavon zuschickte.
Denn außer dieser Prüfung des Euro-päischen Verstandes, gedenkt der Vers. nocheiner andern Schrift: