Band 
Adrastea III. Schluss der Briefe zu Beförderung der Humanität.
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28 Briefe zu Beförderung

keit und Uebung; nicht aus Lehrsätzen und Unter-richt- Diese sind ein äußerlich geringer Vortheilund Erleichterung dazu, geben aber weder Wahr-heit noch Verstand. Wenn man sie für unentbehr-lich ausgiebt, sind sie der Schulfüchserei Merkmal.

10. Der Mensch ist nicht vernünftig, dochnicht ohne Vernunft.

rr. Des Menschen Vorzug vorm Vieh istallein die Vernunftdämmerung.

12. Der Wille beherrscht den Menschen inAllem; die Vernunftdämmerung in nichts.

1 3 . Sinne verführen; Aufrichtigkeit und Vec-nunftdammerung sind die innern Mittel zur Wahr-heit.

14. Die Natur ist nicht verderbt, nicht Got-tes Feindin. Sie ist Gottes Buch, der Vernunft-schein Gottes Licht: nach ihnen muß man alles er-klären.

1 5 . Aberglaube ist kein Mittel zur Wahrheit.

16. Naturkünste machen aufrichtig; Schul-künste stolz und grausam.

17. Man soll alles, so viel möglich, nach derNatur erklären.

r8. Lust zu Natursachen ist ein Merkmal derGroßmüthigkeit.

19. Stolz und Dummheit sind aller Lasterund alles Unglücks Ursach.

20. Weisheit besteht nicht in Eigennutz; ihrZiel ist eigentlich allein Wahrheit. (Ob aber Auf-richtigkeit allein mit Wahrheit ohne Nutz zufriedenseyn soll? und ob Wahrheit ohne allen Nutz seynkönne? sey eine andre Frage.)