Band 
Adrastea III. Schluss der Briefe zu Beförderung der Humanität.
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Daß Augustin und Petrarca von aller Eitelkeitfrei gewesen, wage ich nicht zu behaupten; sieleugnen es beide nicht, und eine feine Ader davonlauft durch ihr ganzes Leben. Schwerlich würdensie auch in allem die Männer geworden seyn, diesie waren, wenn nicht dieses Ferment von Unruhein ihnen gewirkt und geqahret Hütte. Ferne aberseyS, daß insonderheit Petrarca, den ich bessera!s den heiligen Augustin kenne, von so groberEitelkeit gewesen wäre, daß er seine Confessionennur für die Welt, oder wenigstens für dieseund für sich zur Hälfte geschrieben hakte.Er hat sich in ihnen sowohl als in andern Schriftenund Briefen so wenig selbst geschont, und über-haupt den Grund seines Herzens auch in Schwach-heiten und Fehlern so klar gezeigt, daß, wenn erdiese Eitelkeit bei sich wahrgenommen hatte, er sievor allen Eitelkeiten seinem heiligen Augustinus zu-erst offenbaret haben würde. Ein gleiches ists wohlmit dem heiligen Augustinus. Beide batten in Gu-tem und Bösem die Welt so lange und viel vonsich reden gemacht, daß es ihnen selbst fast zur mo-ralischen Nothwendigkeit wurde, sich selbst und andreüber den wahren Zustand ihrer Gesinnungen, ihresHerzens, ihres Charakters zu belehren: sie tratenalso nicht als eitle Gekken hervor, um der Weltdas zu sagen, was niemand wissen wollte: viel-mehr als bescheidne Büßende traten sie vor den Al-tar, nm ihr reuiges Bekenntniß öffentlich abzule-gen. Seelen von solcher Aufrichtigkeit, wie z. B.Petrarca war, giebt es selten; und da sich mitibr auch eine gewisse Redseligkeit, eine be-zaubcrndschcne Gesprächigkeit in Mittheilung aller