tlv Briefe zu BeförderungZS-
So angenehm mir Petrarca war, so wehthat wir Uriel Acosta in seinem letzten Selbst»Bekenntniß. Der arMe Jude, von ZweifelnÜber seine Religion ergriffen, gab alle Verhältnisseseiner edlen Geburt, seines Glückes Und Standes auf,suchte Ruhe hie und dort, fand an seinen nächste»Verwandten die ärgsten Feinde, und endigte damit,daß er als ein NeuaufgeNomntener in der Synagogeseiner Glaubensgenossen, schimpflich - entblößt, mitFüßen getreten, gepeitscht, verspeist, es nicht langerertragen zu dürfen glaubte und sich selbst den Todgab. Die Aufschrift seines Urlaubes aus dem Leben,vxötnzstar b> umarm« vim«, rnhrete mich von jeher;und o möchte eilt jeder, der von Menschen aus derWelt gedrängt, zuletzt noch einige Worte für Men-schen zu schreiben, guten Willen und Kraft hat, seinExemplar des menschlichen Lebens dem Exemplardes Acosta hinzufügen! Die Menschheit erhieltedamit eine Anzahl sonderbarer Exemplare.
Von Kindheit auf ist mir nichts abscheulichergewesen, als Verfolgungen oder persönliche Beschim-pfungen eines Menschen über seine Religion. Wengehet diese, als ihn selbst und Gott^Mr? ja, werweiß nicht, was an dem Wort Religion, sobaldes innere Ueberzeugung und Gefühl betrifft, für tie-fe Skrupel und Schwierigkeiten haften? Dem istDieses, einem andern Das üufs innigste anstö-ßig; zu diesem Ausdruck kann er sich nicht gewöh-nen, von jener früh erfaßten Vorstelluttgsact aufkeine Weise sondern. An ihr hangen seine morali-schen Begriffe; an ihr vielleicht seine vornehmsteTriebfeder, ja sein Ideal der Moralität selbst. Die-