Band 
Adrastea III. Schluss der Briefe zu Beförderung der Humanität.
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146 Briefe zu Beförderung

nach der fremden Denkart des Andern, und buhltohne Dank und Kraft um dessen leere Dorstellungs-weise, wie um einen nichtigen Schatten; oder manspricht und schreibt nicht für ihn; er ist ein todtesoder ein hinderndes , oft feindlich - wirkendes Gliedder Gemeine. Wenn die Stimme des Vaterlandesdie Stimme Gottes ist, so kann diese zu gemein-schaftlichen, allumfassenden, und aufs tiefste greifen-den Zwecken nur in der Sprache des Vater-landes tönen; sie muß von Jugend auf, durchalle Classen der Nation, an Herz und Geist erklun-gen seyn; so nur wird durch sie ein Publikum,verständig und verstanden, hörend und hörbar. Jedefremde bleibt eine entzweiende Samaritersprache.

2.. Publikum der Griechen.

Daß dem also sey, wollen wir schöner an denGriechen lernen. Wahrscheinlich war ihre Spracheanfangs so ungebildet, als jede Volkssprache in ro-hen Zeiten; da stieg Calliope, da stiegen Göttervom Himmel hernieder. Merkur erfand die Lyra;die Cither begleitete Apollo mit herzerweckendemGesänge; mehreren Söhnen der Muse folgte Baumund Fels, es horchten ihnen Ströme; kurz, (ohneFabel zu reden,) Poesie mit Musik begleitet erschufund bildete sich ein Griechisches Publikum,in einer feinern Sprache, und einer feinern Ge-