Band 
Adrastea III. Schluss der Briefe zu Beförderung der Humanität.
Seite
337
JPEG-Download
 

der Humanität.

337

Grundsätze zu veranlassen , ihnen die größeste Pflicht.Um schwarze Thaten, wilde Neigungen zu rechtfer-tigen stützt man sich gern auf verachtende Urteileüber andre Völker. Pabst Alexander der Sechstehat, (es ist schon lange) die unbekannte Welt ver-schenkt; den weißen und edleren Menschen hat eralle Ungläubige zu Sklaven zu machen, pontisica-lisch erlaubet. Mit unsern Bullen kommen wir zuspät. Der Kakistokratismus behauptet praktisch seineRechte, ohne daß wir ihn dazu theoretisch bevoll-mächtigen und deßhalb die Geschichte der Menschheitumkehren müßten. Aeußerte z. B. jemand die Mey-nung , daß „wenn erwiesen werden kann, daß ohneNeger keine Kaffee- Zucker- Reis- und Tabacks-pflanzungen bestehen können, so sey zugleich dieRechtmaßigkeit des Negerhandels bewiesen,indem dieser Handel dem ganzen menschlichen Ge-schlecht, d. i. den weißen edleren Menschen mehrzum Vortheil als zum Nachtheil gereichet:" so zer-störte ein Grundsatz der Art sofort die ganze Ge-schichte der Menschheit, maiorem Oei Klorä-am pcivilegirte er die frechsten Anmaaßungen, diegrausamsten Usurpationen. Gebe man doch keinemVolk der Erde den Scepter über andere Völker we-gen „angeborner V 0 r n e h m i g kei t" in dieHände; vielweniger das Schwert und die Sklaven-peitsche.

3. Der Naturforscher setzt keine Rang-ordnung unter den Geschöpfen voraus, die er be-trachtet; alle sind ihm gleich lieb und werth. Soauch der Naturforscher der Menschheit. Der Ne-ger hat so viel Recht, den Weißen für eine Ab-art, einen gebornen Kackerlacken zu halten, alsHerders Werke z. Phit. u. Gesch. Xl. P HX